Standorte sind unklar

Straße von Hormuz: Iran kann Minen nicht finden

Außenpolitik
11.04.2026 14:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Trotz Waffenruhe ist ein Ende der Blockade der Straße von Hormuz nicht in Sicht. Und offenbar ist der Iran gar nicht in der Lage, die wichtige Wasserstraße bald wieder zu öffnen – laut US-Kreisen kann das Mullah-Regime die von ihm verlegten Minen in der Meeresenge weder lokalisieren noch entfernen ...

Der Iran hatte nach den US-israelischen Angriffen die Wasserstraße im März vermint – seitdem können nur mehr wenige Schiffe die wichtige Verbindung passieren. Eine Gefahr geht zudem von Drohnen- und Raketenangriffe aus.

Das hat steigende Energiepreise zur Folge, die auch in den USA zu spüren sind. Lediglich eine geringe Anzahl von Schiffen dürfen durch die Meerenge fahren – zumeist gegen entsprechende Bezahlung an den Iran.

Die Infografik zeigt die Bedeutung der Straße von Hormuz als wichtige Frachtroute mit zahlreichen Öl- und Gasfeldern, Raffinerien und Pipelines in der Region. Das Balkendiagramm darunter stellt die täglichen Schiffspassagen von Februar bis April dar. Nach Kriegsbeginn Anfang März kommt der Schiffsverkehr durch die Meerenge zum Erliegen. Quelle: Port Watch.

Einige Minen konnten abdriften 
Die Forderung der US-Regierung, die Meerenge wieder für den Schiffsverkehr freizugeben, könne aber wohl nicht so rasch erfüllt werden, erklärten nun US-Beamte der renommierten „New York Times“. Denn der Iran soll die Minen in der Wasserstraße recht wahllos platziert haben. Auch wenn der Standort  einzelner Minen durch die Islamische Republik dokumentiert wurde, ist ihre aktuelle Lage ungewiss: Denn einige wurden so verlegt, dass sie abdriften oder sich bewegen konnten.

Minenverlegung mit kleinen Booten erschwerte Verfolgung
Hinzu kommt, dass die Beseitigung von Minen deutlich schwieriger ist, wie deren Verlegung. Das US-Militär hätte laut der US-Zeitung ebenfalls nur limitierte Möglichkeiten, diese zu räumen. Dazu sind Küstenkampfschiffe nötig, die mit Minenräumgeräten ausgestattet sind. Verbündete aus dem NATO-Verbund müsste hier wohl helfen.

Zudem war es für die USA äußerst schwierig, die Boote, die die Minen ausgelegt hatten, zu verfolgen: Die Verminung erfolgte mit relativ kleinen Fahrzeugen. Daher ist nicht bekannt, wie viele Minen der Iran in der Straße von Hormus platziert hat und wo sich diese befinden.

US-Vizepräsident reiste für Friedensgespräche mit dem Iran nach Pakistan.
US-Vizepräsident reiste für Friedensgespräche mit dem Iran nach Pakistan.(Bild: EPA/PAKISTAN FOREIGN MINISTRY / HANDOUT)

US-Präsident Donald Trump machte jedoch klar, dass eine Voraussetzung für die vor wenigen Tagen in Kraft getretene, zweiwöchige Waffenruhe eine „vollständige, sofortige und sichere Öffnung“ der Straße von Hormuz sei. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte, man werde sie unter Berücksichtigung der technischen Beschränkungen für den Schiffsverkehr öffnen – was aber angesichts der Umstände wohl eher nicht zeitnah passieren wird. 

Die Wasserstraße wird wohl auch ein wichtiger Verhandlungspunkt bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran sein, die aktuell in Pakistan stattfinden. US-Vizepräsident ist dazu mit einer Delegation in die Hauptstadt Islamabad gereist, wo er auch auf Araghchi treffen wird. 

Der Iran verlangt eine Kontrolle und plant ein Mautsystem in der Wasserstraße. Die USA fordern dagegen eine Durchfahrt von Schiffen ohne Gebühr. Außerdem fordert Washington im Streit um das umstrittene Atomprogramm des Iran die Herausgabe von mehr als 400 Kilogramm Uran. Streit gibt es auch über das iranische Raketenprogramm sowie über die von Teheran geforderten Reparationszahlungen.

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