Wo ist Khamenei?
Der neue Ober-Mullah soll schwer „entstellt“ sein
Wo ist der neue Ober-Mullah? Ayatollah Mojtaba Khamenei geht es Insidern zufolge schlecht. Dem Vernehmen nach erholt sich der Oberste Führer immer noch von schweren Verletzungen, die er bei dem Luftangriff zu Beginn des Krieges erlitten hat.
Das Gesicht des 56-Jährigen sei beim Beschuss des Gebäudekomplexes des geistlichen und politischen Oberhauptes im Zentrum Teherans entstellt worden, sagten drei Personen aus dem engeren Umfeld Khameneis. Zudem habe er eine erhebliche Verletzung an einem oder beiden Beinen erlitten.
Wer führt das Regime aktuell an?
Khamenei ist seit dem Angriff nicht in der Öffentlichkeit aufgetreten. Viel mehr stellt sich die Frage, ob er überhaupt in der Lage ist, die Staatsgeschäfte zu führen – und das in einer für den Iran äußerst gefährlichen Lage. Zur Stunde finden in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad entscheidende Gespräche mit den USA über eine Beendigung des Krieges statt.
Den Insidern erklärten gegenüber Reuters, dass Khamenei geistig fit sei. Er nehme per Audiokonferenz an Treffen mit ranghohen Angehörigen der Führung teil und sei in die Entscheidungsfindung bei wichtigen Themen wie dem Krieg und den Verhandlungen mit den USA eingebunden.
Die Berichte aus dem Umfeld Khameneis sind die bisher detaillierteste Beschreibung des Zustands des neuen Obersten Führers. Seit dem Luftangriff und seiner Ernennung zum Nachfolger seines Vaters am 8. März wurden weder ein Foto noch Videos oder Tonaufnahmen von Mojtaba Khamenei veröffentlicht. Erklärungen von ihm wurden stets verlesen. Sein Aufenthaltsort und sein Zustand bleiben für die Öffentlichkeit ein Rätsel.
Ayatollah wurde als „Janbaz“ bezeichnet
Khamenei wurde am 28. Februar verletzt. Bei dem Angriff wurde sein Vater Ali Khamenei getötet, der seit 1989 regiert hatte. Unter den Opfern sind auch Mojtaba Khameneis Ehefrau sowie sein Schwager und seine Schwägerin. Eine offizielle iranische Erklärung zum Ausmaß von Khameneis Verletzungen gab es nicht. Ein Nachrichtensprecher im Staatsfernsehen bezeichnete ihn nach seiner Ernennung jedoch als „Janbaz“, ein Begriff für im Krieg schwer verwundete Personen.
Unabhängig von der Schwere seiner Verletzungen sei es unwahrscheinlich, dass der neue und weniger erfahrene Führer die allumfassende Macht seines Vaters ausüben könne, sagte Alex Vatanka vom Middle East Institute.
Obwohl er als Garant für Kontinuität gelte, könne es Jahre dauern, bis er das gleiche Maß an selbstverständlicher Autorität aufgebaut habe. „Mojtaba wird eine Stimme sein, aber nicht die entscheidende“, sagte Vatanka. „Er muss sich als glaubwürdige, mächtige, übergeordnete Stimme beweisen.“ Hochrangige iranische Insider hatten Reuters gesagt, dass die Revolutionsgarden, die ihm ins Amt verhalfen, während des Krieges zur dominanten Stimme bei strategischen Entscheidungen aufgestiegen sind.
Khameneis Abwesenheit wird in den iranischen sozialen Medien und in Chatgruppen rege diskutiert – wenn die lückenhafte Internetverbindung es denn zulässt. Verschwörungstheorien über seinen Zustand und darüber, wer das Land regiert, sind weitverbreitet. Ein populäres Meme, das online kursiert, zeigt einen leeren Stuhl im Scheinwerferlicht mit der Frage: „Wo ist Mojtaba?“










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