Irans neuer Revolutionsführer Mojtaba Khamenei hat in einer ihm zugeschriebenen Erklärung sein Land als Sieger im Konflikt mit den USA und Israel dargestellt. US-Präsident Donald Trump sieht das freilich anders und kritisiert „unredliches“ Verhalten.
Wie zuvor wurde die Botschaft im Staatsfernsehen nur verlesen, es gab weder ein Bewegtbild noch eine Audio- oder Videoaufnahme. In der Mojtaba Khamenei zugeschriebenen Botschaft heißt es, der Iran habe den endgültigen Sieg errungen und ein Wunder vollbracht.
„In den letzten 40 Tagen hat die große Nation Iran ein Epos geschaffen und die Welt verblüfft“, heißt es in der Botschaft weiter. Der Iran wolle keinen Krieg, aber kämpfe für seine legitimen Rechte. Weiter wurde den Verbündeten in der Region gedankt. Dazu zählen unter anderem die libanesische Hisbollah-Miliz und die Houthi-Miliz im Jemen.
Spekulationen um neuen Führer
Der 56-Jährige ist seit seiner Ernennung zum neuen Religionsführer am 8. März nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Das nährt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, seinen Aufenthaltsort und seine tatsächliche Rolle.
Sein Vater, der langjährige oberste Führer im Iran, Ali Khamenei, wurde am 28. Februar bei einem Luftangriff getötet. Mojtaba Khamenei verlor bei dem Angriff auch seine Ehefrau, Mutter und einen Schwager. Das iranische Staatsfernsehen bezeichnete ihn als „Kriegsversehrten“, nannte aber keine weiteren Details.
Straße von Hormuz weitgehend geschlossen
Trump fordert vom Iran hingegen eine gebührenfreie Durchfahrt von Schiffen durch die für den weltweiten Handel mit Erdöl wichtige Straße von Hormuz. Der Republikaner schrieb auf seiner Plattform Truth Social, es gebe Berichte, wonach das Land Gebühren von Tankern für die Durchfahrt verlange. Er warnte: Das sollten sie besser nicht tun und falls sie es tun, sollten sie besser „jetzt damit aufhören!“.
Zugleich kündigte Trump an, dass sehr schnell wieder Öl fließen werde. Dies werde „mit oder ohne die Hilfe des Iran“ geschehen, warnte er, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Als Reaktion auf die US-israelischen Angriffe hatte der Iran die Meeresenge Anfang März blockiert. Der Transport von Öl- und Flüssiggas aus dem Persischen Golf über die maritime Route war damit praktisch nicht mehr möglich, die Weltmarktpreise stiegen rasant an.
Trump sagt, der Iran agiere „unredlich“
Nach gut fünf Wochen Krieg einigten sich der Iran und die USA zuletzt auf eine zweiwöchige Waffenruhe sowie auf die Öffnung der Straße von Hormuz. Teheran brachte jedoch Gebühren für die Passage der Meerenge ins Spiel. Damit hält sich der Iran nach Ansicht Trump nicht an die Abmachungen. Teheran leiste mit Blick auf Öltransporte durch die Meerenge „sehr schlechte Arbeit“, die man auch als „unredlich“ bezeichnen könne, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social weiter: „Das ist nicht die Vereinbarung, die wir getroffen haben!“
Ab Freitag soll es in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran geben. Ziel ist eine dauerhafte Beendigung des Kriegs. Zu den schwierigen Themen dürfte bei den Gesprächen auch der Streit um die Öffnung der Straße von Hormuz zählen.
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