Indirekte Verhandlung

Friedensgespräche zwischen Iran und USA eröffnet

Außenpolitik
11.04.2026 13:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Während der zweiwöchigen Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA möchte US-Außenminister JD Vance Gespräche über eine dauerhafte Friedenslösung führen. Am Samstag wurden die Verhandlungen offiziell eröffnet. 

Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif traf Vance sowie den iranischen Parlamentspräsidenten und Delegationsleiter Mohammad Baqer Qalibaf zu getrennten Vorgesprächen. Laut dem arabischen TV-Sender Al Jazeera bemühte sich Sharif aber um direkte Gespräche beider Seiten unter pakistanischer Beteiligung. Der genaue Ablauf war weiterhin nicht offiziell.

Bei indirekten Gesprächen würden beide Delegationen in unterschiedlichen Räumen sitzen und Vermittler Nachrichten überbringen. Das Büros Sharifs bekräftigte, dass Pakistan sich darauf „freut, seine Vermittlung für beide Seiten fortzusetzen, um Fortschritte hin zu einem nachhaltigen Frieden in der Region zu erzielen“. Im iranischen Fernsehen wurde berichtet: „Die Modalitäten für die Gespräche zwischen dem Iran und den USA werden am Ende dieses Treffens festgelegt.“

US-Vize JD Vance nach der Landung in Pakistan
US-Vize JD Vance nach der Landung in Pakistan(Bild: AFP/JACQUELYN MARTIN)

Verhandlungen sollen nur einen Tag dauern
Iranischen Quellen zufolge sollen die Verhandlungen nur einen Tag dauern. Laut dem iranischen Staatssender IRIB erklärte Außenminister Abbas Araqchi, man gehe mit „völligem Misstrauen“ in die Gespräche und werde mit aller Kraft dafür kämpfen, die Interessen und Rechte der iranischen Nation zu sichern.

USA dementieren Freigabe eingefrorener Iran-Gelder
Iranische Berichte, wonach die USA der Freigabe eingefrorener Gelder in Höhe von sechs Milliarden Dollar zugestimmt hätten, wurden von amerikanischer Seite indes dementiert. Zuvor hatte ein hochrangiger iranischer Insider erklärt, die erteilte Freigabe der Mittel sei an die Gewährleistung einer sicheren Durchfahrt durch die Straße von Hormuz geknüpft

Trump: Iran sei „militärisch besiegt“
US-Staatsoberhaupt Donald Trump wünschte seinem Vize vor den Verhandlungen „viel Glück“ – er rechnete nicht, dass diese lang dauern würden. Er denke, „das wird ziemlich schnell gehen“, verkündete er. „Wir werden herausfinden, was da vor sich geht. Sie sind militärisch besiegt“, so Trump.

Die Gespräche finden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.
Die Gespräche finden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.(Bild: AFP/FAROOQ NAEEM)

Ein zweiter iranischer Insider bezifferte die Summe der in Katar gehaltenen Gelder der Islamischen Republik auf sechs Milliarden Dollar. Die Mittel stammen aus iranischen Ölverkäufen an Südkorea. Der Iran hat neben der Freigabe der eingefrorenen Mittel eine weitere Voraussetzung für die Aufnahme der Gespräche in Islamabad gestellt. Demnach muss der Libanon in die derzeitige Feuerpause mit einbezogen werden. Auch am Samstag hielten dort Kämpfe zwischen der israelischen Armee und der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz an.

Zu den Konfliktpunkten zählt der Status der derzeit blockierten Straße von Hormuz, die für den globalen Energiehandel von zentraler Bedeutung ist. Der Iran verlangt eine Kontrolle und plant ein Mautsystem. Die USA fordern eine freie und sichere Durchfahrt von Schiffen ohne Gebühr. Außerdem fordert Washington im Streit um das umstrittene Atomprogramm des Iran die Herausgabe von mehr als 400 Kilogramm Uran. Streit gibt es auch über das iranische Raketenprogramm sowie über die von Teheran geforderten Reparationszahlungen.

Der Iran sei zu einer Einigung bereit, wenn Washington ein echtes Abkommen anbiete und dem Iran seine Rechte zugestehe, sagte der iranische Delegationsleiter Mohammad Baqer Qalibaf. Qalibaf erklärte auf X: Die USA hätten zugestimmt, eingefrorene iranische Vermögenswerte freizugeben und den Libanon in die Feuerpause einzubeziehen.

Trump tobt: „Iraner leben nur, um zu verhandeln“
US-Präsident Donald Trump reagierte darauf in sozialen Medien scharf. „Die Iraner scheinen nicht zu begreifen, dass sie keine Karten haben, außer der kurzfristigen Erpressung der Welt durch die Nutzung internationaler Wasserstraßen. Der einzige Grund, warum sie heute noch leben, ist, um zu verhandeln!“, schrieb er. Trumps Vize Vance brach unterdessen Richtung Pakistan auf.

Kurz vor den geplanten Verhandlungen forderte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres beide Kriegsparteien auf, sich ernsthaft um eine dauerhafte Beilegung des Konflikts zu bemühen. Sie müssten die Gespräche in Pakistan als Chance nutzen, „um sich in gutem Glauben um eine dauerhafte und umfassende Einigung zu bemühen, mit dem Ziel, die Lage zu deeskalieren und eine Rückkehr zu Feindseligkeiten zu verhindern“, sagte UNO-Sprecher Stephane Dujarric.

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