Mo, 16. Juli 2018

"Silk Road"

01.07.2014 12:09

Bitcoin-Auktion in den USA von Pannen begleitet

Die US-Regierung hinkt bei der millionenschweren Auktion der im Oktober bei der Schließung des illegalen Online-Handelsplatzes Silk Road beschlagnahmten Bitcoins dem Zeitplan hinterher. Die Gewinner der Versteigerung seien noch nicht benachrichtigt worden, erklärten Sprecher der zuständigen Justizbehörde United States Marshals Service in der Nacht auf Dienstag gegenüber US-Medien. Der Prozess sei noch in Gange, hieß es. Bisher hat die US-Justiz nur verraten, dass 63 Gebote von 45 Bietern bei ihr eingegangen sind.

Bereits im Vorfeld der Auktion war es zu einer peinlichen Panne gekommen: Ein Regierungsmitarbeiter hatte eine E-Mail mit Infomaterial an mehrere Dutzend Interessenten geschickt - und diese dabei in CC gesetzt, sodass jeder in der Gruppe alle E-Mail-Adressen und damit die potenziellen Mitbieter sehen konnte. Eine Website veröffentlichte die Namen in Auszügen. Das Technologie-Blog "TechCrunch" ätzte, die U.S. Marshals hätten ihr "technisches Unvermögen" grandios unter Beweis gestellt.

Auch beim Auktionsverfahren selbst ließ die Kritik nicht lange auf sich warten: "Die U.S. Marshals hätten ein paar College-Kids anheuern können, die sich mit der Sache auskennen, um die Bitcoins am Markt unterzubringen", lästerte Experte Steven Englander von der Citigroup. "Bitcoins zu verkaufen ist etwas anderes als einen 1998er-Chevrolet mit ein paar Einschusslöchern in der Fahrertür." Normalerweise versteigert die US-Regierung handfeste Vermögenswerte wie Autos oder Gemälde, die beispielsweise vom FBI gepfändet wurden.

Auktion könnte mehr als 18 Millionen Dollar einbringen
Pannen und Kritik dürften aber nichts daran ändern, dass die Auktion die US-Staatskasse ordentlich auffüllen wird. Analysten halten ein Ergebnis von über 18 Millionen US-Dollar (13,2 Millionen Euro) für möglich. Dabei könnte die Versteigerung der Auftakt für weitere Verkäufe sein. Denn die Beschlagnahmung bei Silk Road - einem als "eBay für Drogen" bekannt gewordenen illegalen Online-Handelsplatz - hat die US-Regierung zu einem der größten Halter der virtuellen Währung gemacht. Insgesamt wurden 144.342 Bitcoins sichergestellt. Der Kurs des Digitalgelds zog zuletzt wieder deutlich an. Am Dienstag stieg er bis auf 646 Dollar.

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