Tierbisse passieren schneller, als man denkt – beim Spielen mit dem Hund, beim Streicheln einer fremden Katze oder beim Kontakt mit einem Wildtier. Die Erste-Hilfe-Experten von Rotem Kreuz und Samariterbund erklären im neuesten Teil „Helfen rettet Leben“, wie Ersthelfer nach einem solchen Vorfall richtig reagieren.
Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, ein erschrockenes Tier – und schon ist es passiert: Es schnappt zu. Auch wenn Wunden nach einem Biss klein wirken, sie sollten sehr ernst genommen werden, wissen Georgia Praska (Rotes Kreuz) und Harald Radschopf (Samariterbund).
Denn bei Bisswunden durch Tiere, unabhängig wie groß oder tief diese sind, ist die Infektionsgefahr besonders hoch. „Ein solcher Biss kann viele Bakterien übertragen“, weiß Praska. Deshalb sollten Bisswunden immer ernst genommen werden. Bei Fleischfressern ist die Gefahr einer Infektion deutlich größer als bei Pflanzenfressern. Das höchste Risiko besteht bei Katzen. Fast bei jeder zweiten Bissverletzung einer Samtpfote kommt es zu einer Infektion. Typische Symptome sind dabei Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Rötungen, Fieber oder Gelenkschwellungen.
Doch wie handelt man nach einem Biss richtig? „Auch hier gilt zunächst Selbstschutz vor Fremdschutz“, erklärt Radschopf. Ersthelfer sollten daher unbedingt darauf achten, dass das Tier nicht mehr in der Nähe ist und erneut angreifen kann. Danach wird die verletzte Person beruhigt und die Wunde mit sauberem Wasser gereinigt. Anschließend wird der Biss mit einem sterilen Verband verbunden.
Bis zur Sepsis
Je nach Schwere der Verletzung ist der Notruf zu wählen oder ein Arzt aufzusuchen. Denn im schlimmsten Fall kann eine verzögerte Behandlung bei einem sehr infektiösen Erreger zu einer Sepsis führen, die lebensbedrohlich sein kann. Mögliche weitere Folgen durch Bissverletzungen sind Tetanus und Tollwut. Letztere gilt in Österreich zwar als ausgerottet, nicht jedoch in anderen Ländern vor allem im Osten und Südosten Europas. Bei Hunden aus diesen Regionen und bei Reisen ist dies zu berücksichtigen.

Ziel dieser „Krone NÖ“-Serie ist es, Menschen die Scheu davor zu nehmen, Erste Hilfe zu leisten. „Unfälle können überall passieren, jederzeit und plötzlich“, weiß Praska. „Denke daran, du kannst nichts falsch machen, außer nichts zu tun“, ergänzt Harald Radschopf vom Samariterbund.
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