In Notfällen zählt nicht nur schnelle Hilfe, sondern auch die richtigen Informationen. Doch viele Menschen sind unsicher, wenn sie den Notruf wählen – aus Angst, etwas Wichtiges zu vergessen. Doch beim Notruf wird man durch das Telefonat geführt, wird gezielt befragt. Man erhält Tipps, wie man weiter helfen kann und wie man sich richtig verhält.
Einen Notruf absetzen ist einfach – die kompetenten Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung sind ausgebildet, den Anrufer in einer Notfallsituation gezielt zu befragen und zu unterstützen, auch beim Setzen der lebensrettenden Erste-Hilfe-Maßnahmen. Anrufer werden nicht alleine gelassen. Die erforderlichen Angaben werden gezielt hinterfragt, um möglichst viele Informationen zu haben, um die Rettungskräfte schnell und passend entsenden zu können. Erste-Hilfe-Expertin Georgia Praska vom Roten Kreuz hat im neuen Teil der „Krone NÖ“-Serie „Helfen rettet Leben“ die Antworten dazu.
Rascher Notruf
Einen Notruf abzusetzen ist jene Erste-Hilfe-Maßnahme, die für einen Ersthelfer immer möglich ist – und die über Leben und Tod entscheiden kann. Bei medizinischen Notfällen ist die 144 daher immer frühestmöglich anzurufen.
Die erste Frage
„Die erste Frage, die du meistens gestellt bekommst, ist jene nach dem Unfallort“, erklärt Praska. Dieser sollte möglichst genau beschrieben werden. Angaben wie „Wo früher einmal der Bäcker war“ helfen nicht weiter, stattdessen sollte man nach Möglichkeit den Straßennamen und die genaue Hausnummer nennen. Ist das nicht möglich, sollten andere Orientierungspunkte genannt werden. „Auf der Autobahn beispielsweise die Fahrtrichtung und die Kilometerangabe am Fahrbahnrand“, so Praska. Weiß man nicht genau, wo man ist, ist es in den meisten Fällen sogar möglich, mittels des Mobiltelefons eine Ortung vorzunehmen.
Zweite Person als Einweiser
Ist das Unglück an einem schwer auffindbaren und beschreibbaren Ort passiert, sollte man etwa auffällige Gebäude, Schilder oder natürliche Begebenheiten (etwa einen See, einen Park oder dgl.) nennen. Ist eine zweite Person vor Ort, sollte diese als Einweiser fungieren und auf die Einsatzkräfte an einer gut einsehbaren Stelle warten.
Das Notruf-Gespräch
Danach geht es um den Grund des Anrufs. Was ist passiert? Kurz und knapp soll das der Leitstelle erklärt werden. Dazu werden vom Gesprächspartner gezielt Fragen gestellt, die man exakt beantwortet. Keine Sorge, wenn das Gespräch dabei etwas länger dauert – ein anderer Mitarbeiter verständigt in der Zwischenzeit die Rettungskräfte, diese machen sich bereits auf den Weg!
Es geht um alle Beteiligten
„Ebenfalls ist es wichtig zu wissen, wie viele Personen betroffen sind“, erklärt Praska. Dabei geht es nicht nur um offensichtlich Verletzte. „Es geht darum, wie viele wirklich am Unfall beteiligt sind. „Ebenfalls ist es wichtig zu wissen, wie viele Personen betroffen sind“, erklärt Praska. Dabei geht es nicht nur um offensichtlich Verletzte. „Es geht darum, wie viele wirklich am Unfall beteiligt sind“, erklärt sie.
Erste-Hilfe-Tipps
Bleibe dabei am Telefon, bis die Leitstelle das Gespräch beendet. Während des Telefonats erhält man auch Tipps für Erste-Hilfe-Maßnahmen, bekommt erklärt, was zu tun ist – man wird in einer schwierigen Situation nicht alleine gelassen. Im Gegenteil: Man wird unterstützt und erfährt, was weiter zu tun ist. Wenn sinnvoll, wird man durch das Gespräch bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes begleitet.
In manchen Gegenden, Tälern oder Schluchten kann es durch einen Funkschatten dazu kommen, dass ein Absetzen des Rettungs-Notrufs 144 oder des Alpin-Notrufs 140 nicht möglich ist. Dann sollte der Euro-Notruf 112 gewählt werden. Dieser ist selbst ohne SIM-Karte beim Wiedereinschalten des Handys möglich. Unabhängig vom eigenen Netzbetreiber wird dabei das beste Netz gesucht und eine Verbindung hergestellt.
Bei Unfällen im Urlaub
112 ist auch die Nummer, die bei einem Notfall im Urlaub gewählt werden sollte. Sie ist in allen 27 EU-Ländern und einigen Nicht-Mitgliedsstaaten wie der Schweiz, Großbritannien, Türkei oder Norwegen erreichbar. „Wenn du den Euro-Notruf wählst, spricht die andere Person auf jeden Fall Englisch“, erklärt Praska.

Über die App
Abseits davon kann der Notruf auch über die Rettungs-App – und damit ohne zu sprechen – abgesetzt werden. Dazu gibt es links unten einen eigenen Button, wodurch die exakte Position und die eingegebenen Gesundheitsdaten an die Rettungsleitstelle übermittelt werden. Für Gehörhlose empfiehlt sich die DEC112-App, womit ein textbasierter Notruf in ganz Österreich abgesetzt werden kann. Auch ein stiller Notruf, um unauffällig (meist polizeiliche) Hilfe zu holen, ist damit möglich.
„Wichtig ist auf jeden Fall bei einem Anruf, ruhig zu bleiben und alle Fragen, die dir die Leitstelle stellt, zu beantworten“, fasst Praska zusammen.
Ziel dieser „Krone NÖ“-Serie ist es, Menschen die Scheu davor zu nehmen, Erste Hilfe zu leisten. „Unfälle können überall passieren, jederzeit und plötzlich“, weiß Praska. „Denke daran, du kannst nichts falsch machen, außer nichts zu tun“, ergänzt Harald Radschopf vom Samariterbund.
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