„Helfen rettet Leben“

Allergische Reaktion! Rasches Handeln ist gefragt

Niederösterreich
02.03.2026 04:30

Eine allergische Reaktion trifft einen oft unerwartet und für Außenstehende ist es schwer abzuschätzen, wann daraus ein echter Notfall wird. Die Experten von Rotem Kreuz und Samariterbund erklären im neuesten Teil der Serie „Helfen rettet Leben“, wie man als Ersthelfer richtig reagiert.

Von mildem Hautausschlag und leichtem Jucken bis zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock: Allergische Reaktionen können sehr unterschiedlich verlaufen. „Sie sind manchmal lokal begrenzt und harmlos, manchmal entwickeln sie sich zu einem echten Notfall“, wissen die beiden Erste-Hilfe-Experten Georgia Praska (Rotes Kreuz) und Harald Radschopf (Samariterbund).

Ausgeprägte Hautrötungen sind ein Anzeichen für eine schlimmere allergische Reaktion.
Ausgeprägte Hautrötungen sind ein Anzeichen für eine schlimmere allergische Reaktion.(Bild: Attila Molnar)

Verschiedene Ursachen
Auslöser können verschiedene Faktoren sein. Häufig ist es eine Reaktion auf Insektengifte wie jenes von Wespen oder Bienen oder auf den Verzehr bestimmter Nahrungsmittel wie Nüssen oder auf die Inhaltsstoffe von Medikamenten. Doch was ist als ungefährlich einzustufen? Und wann sollte man den Rettungsdienst rufen?

„...dann wähle den Notruf!“
Von ungefährlichen Reaktionen spricht man, wenn beispielsweise die unmittelbare Umgebung um eine Einstichstelle schmerzt und gerötet ist oder die Haut zu jucken beginnt. „Kommen aber weitere Symptome dazu, dann spricht man von der Anaphylaxie. In diesem Falle rufe sofort den Notruf“, betonen die beiden.

Rotes Kreuz und Samariterbund erklären wieder anschaulich für die „Krone“, wie man bei einer ...
Rotes Kreuz und Samariterbund erklären wieder anschaulich für die „Krone“, wie man bei einer allergischen Reaktion Erste Hilfe leistet.(Bild: Attila Molnar)

Ausgeprägte Hautrötungen, Nesselausschläge und großflächiger Juckreiz sind bei einem schlimmeren Verlauf typische Folgen, die von Atemnot aufgrund starker Schwellungen im Mund-Rachen-Raum begleitet werden  und bis zum anaphylaktischen Schock führen können: Blutdruckabfall, Bewusstseinsstörungen bis zum Atem-Kreislauf-Stillstand.  

Nicht alleine lassen
„Die betroffene Person darf in diesem Fall nicht mehr alleine gelassen werden“, betont Praska. Hat sie ein Notfallmedikament bei sich, so soll ihr beim Verabreichen geholfen werden. „Aber Achtung: Es darf aber keinesfalls ein für die Person unbekanntes Medikament verwendet werden“, warnt Radschopf.

Basismaßnahmen wie Frischluft und eine richtige Lagerung mit erhöhtem Oberkörper helfen, die Wartezeit auf die Rettungskräfte zu überbrücken. Ein kalter Umschlag oder andere Kühlelemente können helfen, von außen um den Hals oder auf die Schwellung für Linderung zu sorgen. Wenn die Person gut ansprechbar ist, kann man sie auch – sofern vorhanden – Eis oder einen Eiswürfel lutschen lassen.

Ziel dieser „Krone NÖ“-Serie ist es, Menschen die Scheu davor zu nehmen, Erste Hilfe zu leisten. „Unfälle können überall passieren, jederzeit und plötzlich“, weiß Praska. „Denke daran, du kannst nichts falsch machen, außer nichts zu tun“, ergänzt Radschopf.

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