Nach Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg haben die zuletzt stark gestiegenen Ölpreise deutlich nachgegeben. Momentan sind diese der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt.
Die Straße von Hormuz ist für den globalen Öl- und Gashandel von enormer Bedeutung. Wegen des Krieges war die Meerenge vom Iran faktisch blockiert worden, das ließ die Ölpreise dramatisch steigen. Dem iranischen Außenminister Abbas Araqchi zufolge soll nun zwei Wochen lang die sichere Durchfahrt gewährleistet werden.
Rasant sackte der Preis für ein Fass (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni um rund 16 Prozent auf circa 92 US-Dollar (rund 79 Euro) ab – der niedrigste Wert seit Mitte März. Bei der für den US-Markt wichtigeren Sorte WTI fiel der Preisrückgang mit Auslieferung im Mai ähnlich aus.
IATA-Chef: Erholung bei Kerosin könnte Monate dauern
Auch nach der Öffnung der Straße von Hormuz im Zuge der zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg wird es dem Weltverband der Fluggesellschaften IATA zufolge Monate dauern, bis die Versorgung mit Kerosin sich erhole. Er rechne zwar mit einem Rückgang der Rohölpreise, erklärte IATA-Chef Willie Walsh am Mittwoch in Singapur. Die Kosten für Flugbenzin blieben wegen der Auswirkungen auf die Raffinerien aber wahrscheinlich auf einem leicht erhöhten Niveau. Das treffe nicht nur auf Kerosin, sondern auch auf andere Produkte zu.
Börsianer: „Geschenk von Pakistan“
Der Wiener Aktienmarkt hat am Mittwoch sehr fest aufgenommen. So gewann der heimische Leitindex ATX kurz nach dem Sitzungsauftakt satte 3,78 Prozent auf 5649 Einheiten.
Spitzenreiter im prime-market-Segment der Wiener Börse war die Do&Co-Aktie mit einem Aufschlag von starken 17 Prozent. Knapp elf Prozent kletterte die FACC-Aktie hoch. Mehr als neunprozentige Zuwächse wiesen die Papiere von Wienerberger und voestalpine auf. AT&S, KapschTrafficCom, Palfinger, Raiffeisen Bank International und RHI gewannen jeweils mehr als sechs Prozent.
Belastet von der Ölpreisschwäche rutschte die OMV-Aktie hingegen fast fünf Prozent tiefer. Abwärts ging es auch für die Anteilsscheine der Energieversorger EVN und Verbund mit Kursrückgängen von 1,2 bzw. vier Prozent. Auch an den europäischen Leitbörsen ging es mit den Aktienkursen merklich nach oben.
Straße von Hormuz geöffnet
Der Iran und die USA hatten sich kurz vor Ende eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump auf die Waffenruhe geeinigt. Trump hatte mit heftigen Angriffen auf den Energiesektor des Iran gedroht, sollte es nicht bis Mittwoch um 2.00 Uhr deutscher Zeit zu einer Einigung und der Öffnung der Straße von Hormuz kommen. Kurz vor Ablauf der Frist verkündeten beide Seiten die Einigung auf die Feuerpause.
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