Hormuz-Krise eskaliert

Trump: „Öffnet verdammte Straße, ihr Mistkerle!“

Wirtschaft
06.04.2026 11:20
Porträt von krone.at
Von krone.at

Von Osterfrieden kann keine Rede sein: US-Präsident Donald Trump schickt wüste Drohungen in Richtung Iran, dieser kontert – und die Ölpreise steigen unterdessen weiter. Diese Preisspirale könnte sich in nächster Zeit noch weiterdrehen, wenn sich USA und Iran über die Straße von Hormuz nicht einigen.

Donald Trump geht es um die Straße von Hormuz, die der Iran seit Kriegsbeginn praktisch blockiert – damit ist der US-Präsident, gelinde gesagt, nicht einverstanden. „Öffnet die verdammte Straße (von Hormuz), ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle landen“, schrieb er Ostersonntag auf seiner Plattform Truth Social.

Der Iran will sich die Beschimpfungen offenbar nicht mehr gefallen lassen und reagierte seinerseits mit Drohungen. Sollten die USA und Israel ihre Angriffe verstärken, könnten noch mehr Schifffahrtswege gefährdet sein, warnte Ali-Akbar Velayati, außenpolitischer Berater des obersten Führers des Irans, laut dem regierungstreuen iranischen Sender Press TV am Montag.

Das Hormuz-Ultimatum

  • Die Straße von Hormuz ist eine Schiffahrtsstraße, die für den weltweiten Handel enorm wichtig ist. Seit Kriegsbeginn blockiert der Iran diese praktisch.
  • Trump hat dem Iran am 21. März ein Ultimatum für die Öffnung der Straße von Hormuz gesetzt. Sollte der Iran das nicht tun, würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören.
  • Seitdem hat Trump dieses Ultimatum mehrmals verlängert. Zuletzt hatte er das Ende für Dienstag gesagt 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (2.00 Uhr MESZ am Mittwoch) angesetzt.
  • Der Iran lehnt das Ultimatum ab.

Fatale Folgen für Preise
Davon betroffen sein könnte die Meerenge Bab al-Mandab bei Jemen und damit die Einfahrt zum Roten Meer und zum weiter nördlich gelegenen Suezkanal. Das wäre fatal: Rund zwölf Prozent des gesamten weltweiten Handels werden über den Kanal abgewickelt.

Schon allein die Sperre der Straße von Hormuz hat massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft – sollten noch mehr Schiffahrtsstraßen betroffen sein, könnten die Preise weltweit noch weiter in die Höhe schießen, fürchten Experten.

Die Karte zeigt wichtige weltweite Schifffahrtsrouten und neuralgische Stellen wie den Panama-Kanal, die Straße von Gibraltar, den Bosporus, Bab al-Mandab, das Kap der Guten Hoffnung, die Straße von Malakka und die Straße von Hormuz. Besonders hervorgehoben ist die Straße von Hormuz, über die rund 20 Prozent der weltweiten Ölexporte laufen. Quelle: APA.

„Letzter Versuch“ für Einigung
Noch einen „letzten Versuch“ unternehmen die USA, der Iran und regionale Vermittler, um die Bedingungen für einen möglichen 45-tägigen Waffenstillstand auszuhandeln, wie das berichtete das US-Nachrichtenportal „Axios“ unter Berufung auf Insider berichtet. Die Chancen auf eine Einigung schätzen die Insider allerdings als gering ein – dabei ist es laut ihnen die einzige Möglichkeit, eine dramatische Eskalation noch zu verhindern.

Die Straße von Hormuz steht aktuell im Zentrum des Konflikts.
Die Straße von Hormuz steht aktuell im Zentrum des Konflikts.(Bild: AFP/ROBERTO SCHMIDT, EPA/DIVYAKANT SOLANKI)

Der Iran habe seine „Forderungen und Ansprüche“ ausgearbeitet und diese den Vermittlern mitgeteilt, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai laut staatlicher Nachrichtenagentur Irna. Die US-Forderungen bezeichnete Baghai demnach als „überzogen und inakzeptabel“. Verhandlungen seien mit Ultimaten und Drohungen unvereinbar. Der Sprecher bezog sich auf einen 15-Punkte-Plan der USA für ein Kriegsende.

Der Iran werde die Straße von Hormuz erst dann wieder öffnen, wenn „die Schäden des aufgezwungenen Krieges vollständig aus einem Teil der Transitgebühren kompensiert werden“, schrieb der iranische Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf. Der Iran plant ein Mautsystem für die Durchfahrt.

Auswirkungen spürbar
Dabei spüren die Konsumenten die Auswirkungen des Kriegs jetzt schon tagtäglich im Börserl. Am gestrigen Ostersonntag kostete bei den österreichischen Tankstellen ein Liter Diesel im Schnitt 2,15 Euro, ein Liter Super 1,75 Euro – das ist zwar immer noch teuer, aber insgesamt etwas billiger als noch am Samstag.

In die andere Richtung geht es am Ostermontag allerdings mit den Rohölpreisen. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent stieg am Vormittag um bis zu 2,6 Prozent auf 112 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Seit Beginn des Iran-Kriegs verteuerte sich Öl der weltweiten Referenzsorte Brent um etwas mehr als die Hälfte.

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