Mehr als eine halbe Million Euro kostet der Betrieb des Mödlinger Stadtbusses im Jahr. Die Auslastung des städtischen Mobilitätsangebots steht dazu aber in keiner Relation. Pro Fahrt verirren sich durchschnittlich nicht einmal fünf Fahrgäste in die Busse!
Stell dir vor, es kommt der Bus – aber keiner will mitfahren! Nun, in Mödling passiert das mehrmals täglich. Fast 100 Fahrten auf drei Linien absolvieren die grün-weißen Personentransporter von Montag bis Freitag, die Zahl der Fahrgäste ist überschaubar. Rund 470 Mödlinger nutzen das Angebot. Fallen die Schüler weg, bricht das Interesse an der städtischen Öffi-Mobilität vollends weg. An Ferientagen werden nur 270 Passagiere gezählt. Das ergibt desaströse Durchschnittswerte: 4,8 Nutzer pro Fahrt an Schultagen, 2,8 in der unterrichtsfreien Zeit.
Viel Geld, wenig Nutzen
Allerdings: Den niedrigen Fahrgastzahlen stehen umso höhere Kosten gegenüber. 2025 mussten die Steuerzahler 530.054 Euro für den Betrieb der Busse hinblättern. Ein Drittel steuerte das Land bei, 10.000 Euro die Nachbargemeinde Wiener Neudorf – der Rest kam aus dem Stadtbudget.
Das für die Steuerzahler teure Stadtbus-System wird derzeit von den Mödlingern nicht gut angenommen. Die Auslastung ist schlecht.

Tim Pöchhacker, Mobilitätsstadtrat (Grüne)
Bild: ZVG Grüne Mödling
Pläne für attraktiveres Angebot
Die Gründe für die schlechte Auslastung hat auch Mobilitätsstadtrat Tim Pöchhacker (Grüne) erkannt: „Das liegt an den unattraktiven Betriebszeiten und der Linienführung.“ Die Busse sind Montag bis Freitag von 6.30 bis 18.30 Uhr, eingeschränkt auf drei Routen, unterwegs. Abends, samstags und sonntags sowie abseits der Linien profitiert keiner von den städtischen Öffis. Pöchhacker hat aber große Pläne. „Unser Ziel ist ein flächendeckendes Angebot auch am Abend und an Wochenenden.“ Dazu ist aber weiter finanzielle Hilfe des Landes nötig, Verhandlungen laufen.
Aus für den Ortsbus
Schon einen Schritt weiter ist man indes im nahen Perchtoldsdorf. In dem bekannten Heurigenort verabschiedet man sich vom Ortsbus, am 30. Juni wird der Betrieb eingestellt. „In Zeiten hohen Spardrucks sind die jährlichen Kosten von 235.000 Euro bei geringer Auslastung nicht mehr gerechtfertigt“, heißt es aus dem dortigen Rathaus.
Förderung pro Fahrschein
„Wir orientieren uns am tatsächlichen Bedarf und setzen auf gezielte Unterstützung“, geben Ortschefin Andrea Kö und Vizebürgermeister Tony Platt die Devise für künftige innerörtliche Mobilitätsangebote in Perchtoldsdorf aus. Konkret wird die Gemeinde Fahrten mit den bestehenden Buslinien des Verkehrsverbunds Ostregion (VOR) mit einem Zuschuss von 50 Cent pro Einzelfahrschein stützen. Zudem werden Schulungen verstärkt, damit auch die ältere Generation Apps für Taxis- und Uber-Dienste problemlos handhaben kann. Lösungen für den Schülerverkehr sollen bis Herbst feststehen.
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