Vieles deutet darauf hin, dass die USA Kuba ins Visier nehmen wollen. Am Mittwoch wurde Raúl Castro, Bruder des Kommunisten-Revolutionärs Fidel Castro und Ex-Präsident Kubas, in den Vereinigten Staaten wegen Mordes angeklagt. Kurze Zeit später traf der Flugzeugträger USS Nimitz in der Karibik ein.
Raúl Castro ist ein Kämpfer der ersten Stunde: Er war schon dabei, als sein Bruder Fidel Castro die Karibikinsel Kuba im Jahr 1959 in einen sozialistischen Brückenkopf direkt vor den Toren der USA verwandelte. Fast sieben Jahrzehnte später will sich US-Präsident Donald Trump das Ärgernis 145 Kilometer entfernt von Florida endgültig vom Leib schaffen, und der 94 Jahre alte Ex-Präsident steht wieder im Fokus des Konflikts mit den Vereinigten Staaten. Warum ist er so wichtig?
Obwohl Raúl Castro sich – abgesehen von seinem eher symbolischen Sitz in der Nationalversammlung – schon seit einigen Jahren aus der aktiven Politik zurückgezogen hat, fiel sein Name zuletzt immer wieder. Sei es im Zusammenhang mit vertraulichen Gesprächen zwischen der US-Regierung und Havanna oder wegen der Anklage, die die USA kürzlich gegen den General a.D. erhoben haben.
Vier Menschen starben bei Abschuss von Flugzeug
Dabei geht es um den Abschuss von zwei Cessna-Flugzeugen einer exilkubanischen Organisation durch die kubanische Luftwaffe im Jahr 1996, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Castro war damals Verteidigungsminister. Der amtierende US-Justizminister Todd Blanche will ihn dafür in den Vereinigten Staaten vor Gericht bringen: „Wir erwarten, dass er sich entweder freiwillig oder auf andere Weise hier einfinden wird.“ Castro wird Verschwörung zur Tötung von US-Bürgern, Zerstörung eines Flugzeugs und vierfacher Mord vorgeworfen.
Unterdessen ging der Flottenverband rund um die USS Nimitz in der südlichen Karibik auf Position. Der US-Navy zufolge bleibt darüber hinaus das Angriffsschiff für Land- und Seeoperationen, die USS Iwo Jima, nahe Kuba.
Trotz der im Vergleich deutlich geringeren US-Militärpräsenz erinnert vieles an das Schicksal Venezuelas. Auch dort hatte es im Vorfeld eine US-Anklage und einen Militäraufmarsch in der Region gegeben. Droht jetzt ein Schlag gegen Castro? US-Außenminister Marco Rubio meinte dazu jedenfalls: „Kuba wird das nicht einfach aussitzen können.“
„Extreme Warnung“ an Havanna
Venezuelas Ex-Machthaber Nicolás Maduro hatte sich seit 2020 einer US-Anklage widersetzt. Im Anschluss griffen US-Streitkräfte zu. Maduro und seine Frau Cilia Flores wurden in einem Haus in Caracas festgenommen und zum Prozess nach New York geflogen. Ein ähnliches Szenario könnte Trump für Castro erwägen. Die Anklage sei als „extreme Warnung“ an Havanna zu verstehen. Und sie ermögliche Trump, „Militärschläge gegen Kuba als schlichte Strafverfolgung zu charakterisieren“, erklärte der Kuba-Experte Peter Kornbluh gegenüber der „Bild“.
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