Bei Houthi-Attacken

Neue Meeres-Blockade droht: Extremer Preisschock

Wirtschaft
29.03.2026 19:30

Bald könnten zwei wichtige Meerengen in Nahost für Schiffe nicht mehr sicher befahrbar sein. Das würde die Weltwirtschaft noch weiter ins Wanken bringen, fürchten Experten. Sie warnen vor „verheerenden Folgen“ für die Preise in vielen Ländern – die weit über die Energiemärkte hinausgehen könnten.

Die Houthi-Miliz im Jemen könnte bald Schiffe in der wichtigen Meerenge Bab el-Mandeb bei Jemen angreifen, warnt die EU-geführte Marinemission „Aspides“. „Unsere Finger liegen am Abzug“, ließ ein Militärsprecher der Houthi-Miliz wissen, die im Krieg auf der Seite des Iran steht. Für Schiffe mit Verbindungen zu Israel oder den USA könnte die Strecke deshalb sehr gefährlich werden.

Angriffe in dieser Region würden nicht nur „die gesamte Sicherheit im Schiffsverkehr“ gefähren, sondern auch die Weltwirtschaft noch stärker durchschütteln, befürchtet Ahmed Nagi von der International Crisis Group. Er rechnet damit, dass im Fall von Angriffen auf Schiffe die Ölpreise noch weiter steigen. Doch das ist nicht alles: „Die Auswirkungen würden sich nicht auf den Energiemarkt beschränken“, sagt er zu AP.

Die Karte zeigt vom Iran unterstützte bewaffnete Gruppen im Nahen Osten, darunter Hisbollah im Libanon, Hamas im Gazastreifen, schiitische Milizen im Irak und Houthi in Jemen. Außerdem werden die wichtigen Engstellen Straße von Hormuz und Bab al-Mandab auf internationalen Frachtrouten hervorgehoben. Quelle: APA.

Wichtige Route von Asien nach Europa
Denn rund zwölf Prozent des gesamten weltweiten Handels werden über den Suezkanal abgewickelt. Schiffe aus Asien, die den Kanal in Richtung Norden passieren, müssen gezwungenermaßen durch die Meerenge Bab el-Mandeb fahren – was bald nicht mehr möglich sein könnte.

„Das hätte verheerende Folgen für so viele Länder“, redet Nagi Klartext. Durch den Suezkanal werden nicht nur Öl und Erdgas transportiert, sondern alle möglichen Waren, darunter Getreide, Spielzeug oder Elektronik.

Es bleibt nur Umweg über Afrika
Bab el-Mandeb wäre schon die zweite Meerenge, die durch den Krieg praktisch außer Gefecht gesetzt werden würde. Der Iran blockiert nämlich seit Beginn des Krieges die Straße von Hormuz.

Die Meerenge von Bab el-Mandeb ist dadurch umso wichtiger für die Weltwirtschaft geworden, denn viele Schiffe weichen bereits von der Straße von Hormuz dorthin aus. Sollte nun auch diese Passage blockiert sein, bleibt auf der Route zwischen Europa und Asien nur noch der lange Umweg rund um Afrika über das Kap der Guten Hoffnung.

Allerdings braucht ein Schiff zwölf bis 15 Tage länger für diese Route, schreibt „The Economic Times“. Das würde natürlich die Treibstoffkosten drastisch erhöhen, globale Lieferketten stören und den Transport von Waren zwischen Europa und Asien stark verlangsamen.

„Überproportionale Auswirkungen“
Das heißt, „selbst begrenzte Angriffe“ auf die Straße von Hormuz oder die Meerenge Bab el-Mandeb können „überproportionale wirtschaftliche Auswirkungen“ haben, fasst Houssein al-Malla vom GIGA-Institut für globale und regionale Studien den Ernst der Lage gegenüber dem „Tagesspiegel“ zusammen. Im Klartext heißt das für die Konsumenten: Es drohen noch höhere Preise – und zwar nicht nur bei Öl & Co.

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