„Vorher nicht gesehen“

„Timmy“ ist wohl durch Schiffsschrauben verletzt

Ausland
04.04.2026 21:03
Porträt von krone.at
Von krone.at

Dem in der Ostsee gestrandeten Wal „Timmy“ geht es immer schlechter. Er gibt zwar immer wieder Laute von sich, aber der Buckelwal rührt sich kaum noch. Nicht nur hängt der Meeressäuger geschwächt auf einer Sandbank fest  – erst jetzt haben Experten gesehen, dass „Timmy“ auch verletzt ist. 

„Er hat Verletzungen, das ist sehr deutlich sichtbar, wahrscheinlich durch Schiffsschrauben“, berichtete Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus am Samstag der „Bild“-Zeitung. „Das hatten wir vorher überhaupt nicht gesehen“, gab er zu, wie mehrere Medien berichten.

Zusätzlich hatten die Experten Abdrücke am Körper von „Timmy“ entdeckt, die vermutlich von einem Netz stammen. Die Verletzungen seien am Rücken und auf der linken Seite des Wals.

„Reine Qual für den Wal“
Zusätzlich zu den äußeren Wunden kommen noch die inneren. Wenn Wale stranden, werden oft Lunge und Leber in Mitleidenschaft gezogen und wichtige Funktionen im Blutkreislauf gestört, erklärte Backhaus. „Was dieser Wal hier insgesamt in der Ostsee durchgemacht hat, ist eine reine Qual für den Wal“, zeigte er sich voller Mitleid mit „Timmy“.

Der Irrweg von „Timmy“

  • Seit Anfang März hatte sich der Buckelwal viermal auf einer Sandbank in der Ostsee festgesetzt. Dreimal war es ihm gelungen, wieder loszuschwimmen.
  • Zuerst war er im Hafen von Wismar gesichtet worden, später am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein und letztlich war er vor Wismar gestrandet.
  • Am Mittwoch wurden alle Rettungsversuche eingestellt.

50 Zentimeter in Boden eingegraben
Inzwischen habe sich der rund zwölf Tonnen schwere Buckelwal etwa einen halben Meter in den Boden eingegraben, auf dem er seit Tagen liegt. Je nach Wasserstand ragen rund 70 bis 90 Zentimeter des Walkörpers aus dem Wasser – insgesamt ist er etwa 1,7 Meter hoch und zwölf Meter lang, wie neue Unterwasseraufnahmen zeigen. Am Samstag waren die Wasserstände ziemlich niedrig, deshalb ragte „Timmy“ weiter aus dem Meer als sonst. 

Einschläferung „wird hier nicht stattfinden“
Experten gehen davon aus, dass der geschwächte Buckelwal in der Bucht sterben wird, und bereiten schon eine mögliche Bergung des Wal-Kadavers vor. Dass der junge Meeressäuger eingeschläfert werden könnte, schloss der Minister erneut deutlich aus. „Das wird hier nicht stattfinden. Wir können ihn nicht einfach erlösen, durch was auch immer.“

Minister hofft auf Wunder
Ein kleines Fünkchen Hoffnung, dass „Timmys“ trauriges Schicksal doch noch nicht besiegelt ist, erlaubt sich Backhaus trotz der düsteren Prognose. „Wir hoffen noch auf ein Wunder“, sagte er.

Seine womöglich gezählten Tage werde der Buckelwal nicht alleine gelassen, „Wir begleiten den Wal Tag und Nacht“, versicherte Backhaus. Seit Freitag wird etwa die verletzte Haut des Tieres mit Wasser benetzt, um die Schmerzen zu lindern.

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