Es ist nun offiziell: Mit Mitte 2027 wird die Wiener Dompfarre neu besetzt – Dompfarrer Anton „Toni“ Faber geht nach 30 Jahren im Amt in den Ruhestand. Der Abschied des wohl bekanntesten Geistlichen des Landes ist damit bestätigt, auch wenn seine künftige Rolle innerhalb der Kirche weiterhin offen ist und Gespräche dazu noch laufen.
Wie die „Krone“ zuerst berichtete, hatte sich der Abschied bereits angedeutet – nun wurde er auch kirchlich fixiert. Auch aus internen Gesprächen war zuletzt klar geworden, dass sich die Weichen in Richtung Pension stellen. Die endgültige Bestätigung erfolgte nun durch den Wiener Erzbischof Josef Grünwidl.
Dompfarre wird auf neue Säulen gebaut
Nach „guten Gesprächen“ stehe der Abgang für Sommer 2027 fest, erklärte die kirchliche Führung nun gegenüber dem „Kurier“. Für Grünwidl sei nach 30 Jahren eine „gute Zeit“ für eine Neubesetzung gekommen. Grünwidl bestätigte den Schritt am Samstag auch gegenüber dem Ö1-„Mittagsjournal“.
Demnach soll die Neuaufstellung der Dompfarre mit Sommer 2027 erfolgen, wenn Faber sein Pensionsalter erreicht. Mit 65 Jahren steht ihm der Ruhestand grundsätzlich zu – auch wenn in der katholischen Kirche viele Priester aufgrund des Personalmangels länger im Amt bleiben.
Faber als Rekord-Amtsinhaber
Mit seinen 30 Jahren als Dompfarrer habe Faber laut Erzbischof Grünwidl „einen Rekord aufgestellt“. Niemand habe dieses Amt bisher so lange ausgeübt, weshalb ein geordneter Wechsel nun auch aus Sicht der Kirchenleitung naheliege.
Zuletzt war Faber innerkirchlich vermehrt wegen seines öffentlichen Auftretens in Begleitung einer Frau kritisiert worden. In der Vergangenheit hatte es zudem immer wieder Diskussionen um seine starke Präsenz in Society-Kreisen gegeben. Diese Aspekte gelten in der Erzdiözese als Teil der Gesamtsituation rund um die Entscheidung.
Frage nach weiterem Schaffen noch offen
Noch Anfang der Woche hatte Faber im „Standard“ erklärt, er könne sich nun – entgegen früherer Haltung – vorstellen, als Dompfarrer in Pension zu gehen. Gleichzeitig betonte er im ORF-Radio, er sehe seine Zukunft weiterhin im kirchlichen Dienst und wolle seine „vermittelnde Brückenfunktion zwischen Kirche, Glaube, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kunst, Kultur“ fortsetzen.
Als mögliche Aufgabe nach dem Ende als Dompfarrer wurde auch die Cityseelsorge genannt. Laut Erzdiözese soll Faber jedenfalls weiterhin am Stephansdom beziehungsweise im Umfeld der Dompfarre tätig bleiben und nicht vollständig aus dem aktiven Dienst ausscheiden.
Derzeit laufen laut Kirchenleitung noch intensive Gespräche über die konkrete Ausgestaltung seiner künftigen Funktion.
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