Drama um Wal „Timmy“

Umweltminister bekommt Anzeige und Morddrohungen

Ausland
02.04.2026 22:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Seitdem die Öffentlichkeit darüber informiert wurde, dass dem in der Ostsee gestrandeten und liebevoll „Timmy“ getauften Buckelwal trotz aller Anstrengungen wohl nicht mehr geholfen werden kann, kochen die Emotionen völlig über. Umweltminister Till Backhaus muss mittlerweile um sein Leben fürchten.

Als „Wal-Mörder“ werde der Politiker per Mail beschimpft, manche wünschten ihm „das Allerschlimmste“, und sogar Morddrohungen seien per Mail eingetroffen, berichtet die „Bild“. Ministeriumssprecher Claus Tantzen erklärte dazu: „Wir haben großes Verständnis dafür, dass aktuell viele Menschen emotional reagieren. Der Fall bewegt uns alle sehr. Morddrohungen überschreiten jedoch eine klare Grenze. Solche Äußerungen werden von uns nun geprüft und gegebenenfalls rechtlich verfolgt.“ Demnach werden strafrechtliche Schritte in Erwägung gezogen.

Auf diese Idee ist die Gegenseite ebenfalls gekommen. Ein Polizeisprecher schilderte: „Bisher ist eine Anzeige bei uns gegen den Umweltminister und diverse andere Beteiligte aus dem Umfeld der Walrettung wegen Tierquälerei und unterlassener Hilfeleistung eingegangen. Mehr kann ich dazu aktuell nicht sagen.“

Ministerium: „Alle verfügbaren Experten einbezogen“
Im Ministerium weiß man davon noch nichts: „Bisher ist keine Anzeige von offizieller Seite bei uns eingegangen“, so Sprecher Claus Tantzen. Die Vorwürfe, nicht genug für „Timmy“ getan zu haben, weist das Ministerium entschieden zurück. Man habe „alle verfügbaren Experten einbezogen und sämtliche rechtlich sowie fachlich möglichen Maßnahmen geprüft“.

Backhaus kämpfte gegen die Tränen
Backhaus hatte sich bei der Pressekonferenz am Montag tief betroffen von dem Schicksal des Meeressäugers gezeigt. „Ich habe ihn ja angefleht, wir alle, dass er sich auf den Weg macht! Dann hat er es gemacht“, erzählte er mit stockender Stimme. Fünf Seemeilen sei der Wal geschwommen. „Wenn er die richtige Richtung genommen hätte und nicht rechts abgebogen wäre“, hätte er es womöglich in die offene Ostsee geschafft. Doch „er hat sich anders entschieden“. Genau dieser Backhaus-Satz löste einen Shitstorm im Netz aus.

Backhaus selbst wünscht dem gestressten und mitgenommenen Tier, dass es „zur Ruhe kommt“. Und bittet die Öffentlichkeit um Stille.

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