40 Jahre „The Voice“

Der „Frank Sinatra der Stadien“ feiert Jubiläum

Tirol
23.05.2026 12:00

Der Tiroler Ralph Schader (64) erzählt der „Krone“, wie aus dem gelernten Textilkaufmann ein gefragter Moderator und Fußballcamp-Organisator wurde. Und er schildert, wer ihm einst den Titel „Frank Sinatra der Stadien“ verlieh.

Wenn der Ralph ruft, dann kommen die Stars! Egal, ob aus dem Sport-, Musik- oder Show-Business. Und das seit mittlerweile 40 Jahren. „Begonnen hat alles 1986 im Drei-Tannen-Stadion in Reutte. Dort haben Harti Weirather und Hanni Wenzel geheiratet“, erzählt Schader, der am Samstag, 23. April, 64 Jahre alt wird, im Gespräch mit der „Krone“.

Der Ralph und der Harti kannten sich zu diesem Zeitpunkt schon lange – Weirather kommt nämlich aus Wängle, Schader aus Lechaschau. „Ich habe eine Lehre zum Textilkaufmann bei der Familie Wartusch gemacht – dort hat der Harti immer seine Jeans eingekauft. Und nachdem er wusste, dass ich gut reden kann, hat er mich gefragt, ob ich das Ski-Ländermatch Österreich gegen den Rest der Welt in Reutte moderieren möchte“, erinnert er sich.

Das war der Beginn von „The Voice“ – eine Marke, die man nicht nur in Österreich kennt.

Mit Harti Weirather hat 1986 alles begonnen.
Mit Harti Weirather hat 1986 alles begonnen.(Bild: Goli-Press)

Moderation in der Badewanne
Durch Zufall kam er dann zur professionellen Moderation. „Ich habe in der Badewanne immer ORF-Sprecher Rainer Dierkes nachgeahmt und Moderationen gesprochen – und darauf wurde mein damaliger Arbeitgeber, Eishockey-Legende Edi Mössmer und seine Söhne, aufmerksam. Als der damalige Stadionsprecher und ORF-Mann Wolfi Pirchner ausfiel, kam ich zum Zug“, sagt Schader. IEV gegen den KAC vor 7500 Zuschauern in der ausverkauften Innsbrucker Eishalle war sein erster Auftritt.

Schader mit Fußballlegende Lothar Matthäus.
Schader mit Fußballlegende Lothar Matthäus.(Bild: Schopper)

„Ich war sehr nervös, doch ich dürfte einen guten Eindruck hinterlassen haben. Drei Tage später wurde ich als Stadionsprecher verpflichtet!“ Für 1000 Schilling pro Spiel. Kurze Zeit später stand plötzlich auch noch Gerry Leutgeb, der damalige FC-Tirol-Manager, vor seiner Türe – und verpflichtete ihn auch für das Tivolistadion. Und so war er plötzlich „Meister-Sprecher“ von Gösser EV und FC Swarovski Tirol – beide wurden 1989 Meister.

Der Beginn einer steilen Karriere. Dank Weltmeister-Trainer Ernst Happel wurde auch das Nationalteam auf Schader aufmerksam – und so wurde er auch noch der Stadionsprecher des ÖFB. Der damalige ÖFB-General Gigi Ludwig ernannte Schader daraufhin zum „Frank Sinatra der Stadien“.

„The Voice“ mit Toni Polster und Andi Herzog (re.).
„The Voice“ mit Toni Polster und Andi Herzog (re.).(Bild: SUE)

Das erste Trainingscamp war mit Ralph Rangnick
1999 startete er dann mit seinen Trainingscamps für Profi-Fußballvereine durch. „Mein erster Verein war der VfB Stuttgart mit dem damaligen Cheftrainer und aktuellen ÖFB-Erfolgscoach Ralf Rangnick, der mich erst kürzlich zu sich nach Hause nach Obertrum am See in Salzburg eingeladen hat. Da haben wir über die alten Zeiten geplaudert. Ein wirklich tolles und sehr nettes Erlebnis“, betont Schader.

Mehr als 100 weitere Camps mit den Eliteclubs in Europa folgten: Arsenal London, FC Valencia, Real Mallorca, HSV, Spartak Moskau, FC Brügge, Wolfsburg, Stuttgart, Leverkusen und und und – die deutsche Bild adelte ihn sogar als „Österreichs Mister Trainingslager“.

Aktuell tourt Schader mit Hans Krankl und Monti Beton durch das Land.
Aktuell tourt Schader mit Hans Krankl und Monti Beton durch das Land.(Bild: Amanda Clare PENISTON-BIRD)

Auf den Höhenflug folgte brutaler Tiefschlag
Doch es gab leider nicht nur Höhen. Am 15. Juli 2011, beim Test-Spiel des HSV in Schwaz, brach seine Frau Michaela, die er 2006 heiratete, plötzlich zusammen – und war auf der Stelle tot – „Das war der absolute Tiefschlag meines Lebens! Ich habe 30 Kilogramm abgenommen und 80 Marlboro am Tag geraucht. Mein Ende, dachte ich damals“, erzählt Ralph mit zittriger Stimme. Doch er schaffte es zurück ins Leben – auch dank seiner Kärntner Lebenspartnerin Senta, die ebenfalls ihren Mann Karl viel zu früh verloren hatte. Gemeinsam kämpften Sie sich zurück!

Schader mit „Krone“-CvD Markus Gassler sowie Walter und Conny Schachner.
Schader mit „Krone“-CvD Markus Gassler sowie Walter und Conny Schachner.(Bild: Recka Hammann)

Und heute? Als Netzwerker der Extraklasse organisiert und moderiert „The Voice“ Topevents, Benefizaktionen und tourt mit der Wiener Kultband Monti Beton und Johann K. durch ganz Österreich – im November kommen Krankl und Co. übrigens zum zweiten Mal nach Tirol: ins Restaurant Garda nach Innsbruck! „Ich würde heute alles wieder so machen“, sagt er rückblickend. Dankbar und demütig dafür, was er – „The Voice“ – mitten unter den Weltstars bisher alles erleben durfte.

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