Unterstützung in vielfacher Weise, damit ein Leben zu Hause auch im Alter gut funktioniert: Darin liegen zahllose Aufgaben für Community Nurses und die Pflegenahversorgung. In den kommenden Jahren wird die Versorgung älterer Personen immer wichtiger werden – das belegen Zahlen der Statistik Austria.
„In 116 von 132 Kärntner Gemeinden gibt es bereits Pflegenahversorgung“, kann Michaela Miklautz, die in der Landesabteilung 5 das Projekt Pflegenahversorgung leitet, berichten. 50 Personen sind damit hauptamtlich betraut. Radenthein und Spittal haben seit 1. April eine Community Nurse, Friesach und Metnitz sowie Sachsenburg und Weißensee kümmern sich darum.
Und das scheint gut und wichtig zu sein, denn bis zum Jahr 2040 wird ein deutlicher Rückgang der Kinder (-8,7 Prozent) und der Erwerbsbevölkerung (-13,9 Prozent) erwartet, während die Pensionsbevölkerung um 36,7 Prozent steigen soll, wie eine Bevölkerungsprognose der Statistik Austria für Kärnten vorhersagt. 2040 dürfte die Altersstruktur voraussichtlich so aussehen: 12,2 Prozent der Bevölkerung werden Kinder und Jugendliche unter 15 Jahre sein, 55,5 Prozent gehören zur erwerbsfähigen Altersgruppe, 32,3 Prozent werden 65 Jahre oder älter sein. Im Jahr 2060 dürfte gar jeder dritte Einwohner Bundeslandes über 65 Jahre alt sein; diese Altersgruppe wäre damit fast dreimal so groß wie die Zahl der Kinder unter 15 Jahren.
Notwendigkeit der Gegenwart und Zukunft
Allein diese Zahlen machen klar: Unterstützung bis hin zu Pflege von älteren, alleinlebenden Menschen wird immer stärker benötigt werden. Längst laufen Programme, um ein möglichst langes Zuhausebleiben der Hilfsbedürftigen zu ermöglichen.
Die Menschen sollen so lange wie möglich zuhause bleiben können und dafür die nötige Unterstützung bekommen. Und wir haben schon 600 Ehrenamtliche.
Michaela Miklautz, Projektleitung Pflegenahversorgung, Landesabteilung 5 – Gesundheit und Pflege
Seit Jahren wird in Kärnten unter dem Schlagwort Pflegenahversorgung einiges auf die Beine gestellt: „Da geht es um Koordination, um Community Nurses, also Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege, und um die Schulung von Ehrenamtlichen“, so Miklautz. „Pflegenahversorgung hat einen sozialarbeiterischen Zugang: Die Menschen sollen so lange wie möglich zuhause, in ihrem Umfeld bleiben können, und dafür die notwendige Unterstützung bekommen.“
Umfassende Hilfe
Derzeit suchen die Gemeinden Friesach und Metnitz gemeinsam eine Community Nurse, die sich in 40 Wochenstunden um die Bürgerinnen und Bürger kümmern soll. Konkret informiert sie zu Angeboten im Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich, organisiert Hilfsangebote, lädt zu Veranstaltungen, arbeitet mit anderen Gesundheitsanbietern zusammen, hilft in der Administration und hält Vorträge. Sie soll auch Ehrenamtliche schulen, die dann gegen eine Aufwandsentschädigung Fahrdienste anbieten, Hilfsbedürftigen die Einkäufe bringen, mit ihnen spazieren gehen oder spielen, was der Aktivierung von Körper und Geist dient.
„Auch pensionierte Betreuungskräfte sind da im Einsatz“, freut sich Miklautz. Themen seien auch Demenz, ein gemeinsamer Mittagstisch, Stammtische und Trauerbegleitung. In all dem werden die Angehörigen entlastet. „Und immer öfter leben ältere Menschen in Single-Haushalten, die Kinder sind in anderen Bundesländern. Es braucht einfach Hilfe“, so Miklautz.
„Eine Community Nurse ist wie ein verlängerter Arm des Gemeindeamtes“, fasst Miklautz zusammen. Sie hat im jeweiligen Gemeindeamt oder im Sozialhilfeverband einen Raum für Sprechstunden oder Sitzungen mit Ehrenamtlichen. Viele Aufgaben spielen sich aber in den Privathaushalten ab.
Niederschwelliges Angebot
„Wir hatten einmal eine völlig aufgelöste Dame: Ihr Hund konnte nicht mehr gehen, er fiel dauernd zu Boden. Wir brachten ihn zum Tierarzt, seine Krallen wurden gestutzt, er konnte wieder gehen. Dann war die Dame bereit, Hilfe anzunehmen; Einkäufe wurden ihr zugestellt, ein mobiler Dienst engagiert. Dieser niederschwellige Zugang ist so wichtig“, betont Miklautz.
Radenthein und Spittal haben seit 1. April eine Community Nurse, Friesach und Metnitz sowie Sachsenburg und Weißensee kümmern sich ebenfalls darum. „Und wir haben schon 600 Ehrenamtliche. Das ist wunderschön!“
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