„Feiern unser Leben“

Baum entwurzelt: Ehepaar an Drama vorbeigeschrammt

Kärnten
28.05.2026 19:01

Es ging um wenige Sekunden: Bootsbesitzer wären am Lendkanal im Zuge des jüngsten Gewitters beinahe von einem entwurzelten Baum getroffen worden. Die „Krone“ sprach mit einem Experten über die Wetterextreme. 

Vom Sommergefühl zur Weltuntergangsstimmung – binnen weniger Minuten zog Mittwochnachmittag ein heftiges Gewitter über St. Veit an der Glan und Klagenfurt. Das mit Windböen bis zu teils 90 km/h, Starkregen und Hagel für Chaos und zahlreiche Schäden sorgte. „Das Unwetter hat zwar ,nur’ rund 45 Minuten angedauert, aber es war heftig. In Folge dessen hatten wir und die Freiwilligen Wehren allein in Klagenfurt insgesamt 52 Einsätze zu bewältigen“, so Wolfgang Germ von der Berufsfeuerwehr zur „Krone“.

(Bild: Berufsfeuerwehr Klagenfurt)
(Bild: Berufsfeuerwehr Klagenfurt)

Überschwemmungen, lose Bau- und Dachteile, die durch den Sturm zu lebensgefährlichen Geschoßen wurden und entwurzelte bzw. geknickte Bäume, die auf Autos, Häuser oder Straßen stürzten. „Wir hatten Donnerstag noch mit den Beseitigungen zu tun“, so Germ, dem im Zuge des Unwetters ein ganz spezieller Einsatz in Erinnerung bleibt. Wie berichtet, war am Ufer des Lendkanals eine rund 70 Jahre alte Pappel durch die heftigen Sturmböen entwurzelt worden.

„Ehepaar feiert sein Leben“
Der gesunde Baum mit rund eineinhalb Metern Stamm-Durchmesser fiel quer über die Wasserstraße. „Es hätte auch in einem Drama enden können“, so der Einsatzleiter. Denn noch bevor sich die Gewitterzelle so richtig entladen hat, ist ein Ehepaar mit seinem Elektroboot vom Wörthersee „geflüchtet“ und über den Lendkanal zur Anlegestelle beim Europapark „getuckert“. An der besagten Pappel vorbei.

Zitat Icon

Diese kurzen, heftigen Gewitter werden immer häufiger. Wenn man merkt, dass sich etwas zusammenbraut, unbedingt von Bäumen oder aus Parks entfernen.

Wolfgang Germ, Berufsfeuerwehr Klagenfurt

Nur wenige Sekunden später stürzte der Baum hinter ihnen über den Kanal. „Die Frau hat bei unserem Eintreffen noch gezittert. Sie meinte, sie fahren jetzt nach Hause, öffnen die beste Flasche und feiern ihr Leben.“ Kurz, aber heftig – an diese Gewitterform werden wir uns im Sommer gewöhnen müssen, wie Experte Georg Pistotnik von „GeoSphere Austria“ bestätigt. 

„Nicht mehr, aber dafür heftigere Gewitter“
Was vor allem an der durch den Klimawandel immer trockeneren, heißeren Luft liegt. „In Kombination mit Fallwinden kommt es dann zu diesen regionalen, kurzen, heftigen Gewittern.“ Laut dem Meteorologen wird es in Kärnten in tieferen Lagen künftig zwar nicht mehr, aber dafür umso heftigere Gewitter geben. Im Gebirge hingegen wird man aufgrund der früheren Schneeschmelze auch mit mehr Unwettern rechnen müssen, als bisher.“

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