Nach Sex-Gewalt-Report

Jetzt bricht Israel Kontakt zu UN-Chef Guterres ab

Außenpolitik
28.05.2026 21:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein UN-Bericht wirft israelischen Sicherheitskräften sexualisierte Gewalt an Palästinensern vor. Nun hat Israel die Zusammenarbeit mit António Guterres aufgekündigt. 

Der israelische UN-Botschafter Danny Danon schrieb auf X, Israel werde den Kontakt zum Büro des Generalsekretärs bis zum Ende von Guterres‘ Amtszeit im Dezember abbrechen. „Wir haben genug von diesem Generalsekretär“, schrieb Danon. Die Entscheidung, Israel auf dieselbe Liste wie die Hamas zu setzen, sei „skandalös“.

Der Bericht, auf den sich Danon bezog, ist noch nicht veröffentlicht. Die betroffenen Staaten sind jedoch vorab informiert worden. Weitere israelische Behörden befinden sich nach einem Bericht der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“ in einem Überprüfungsverfahren, das eine spätere Aufnahme nicht ausschließt.

Hamas seit 2025 gelistet
Die UN-Sonderbeauftragte für sexuelle Gewalt in Konflikten, Pramila Patten, hatte bereits zuvor mitgeteilt, es gebe glaubwürdige Hinweise auf sexuelle Übergriffe israelischer Sicherheitskräfte auf palästinensische Häftlinge. Menschenrechtsorganisationen dokumentierten seit Beginn des israelischen Vorgehens in Gaza einen Anstieg entsprechender Berichte, eine unabhängige Überprüfung steht vielfach noch aus. Israel weist die Anschuldigung systematischer Misshandlungen zurück.

Die Hamas war im August 2025 erstmals in den Bericht aufgenommen worden. Patten hatte zuvor festgestellt, dass es begründete Anhaltspunkte für systematische Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt durch die Hamas beim Überfall vom 7. Oktober 2023 sowie an Geiseln im Gazastreifen gebe.

2024 zur „unerwünschten Person“ erklärt
Die Beziehungen zwischen Israel und den UN haben sich seit dem Beginn des israelischen Vorgehens in Gaza stark verschlechtert. Im Oktober 2024 erklärte die israelische Regierung Guterres zur „unerwünschten Person“.

Beim Überfall der Hamas vom 7. Oktober 2023 wurden mehr als 1200 Menschen getötet und 251 in den Gazastreifen verschleppt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza, dessen Zahlen von UN und WHO als belastbar eingestuft werden, wurden bei dem folgenden israelischen Militäreinsatz mehr als 72.000 Menschen getötet. Der Internationale Gerichtshof führt seit Jänner 2024 ein Verfahren wegen des Vorwurfs des Genozids gegen Israel, das von Südafrika angestrengt wurde. Ein abschließendes Urteil steht aus. In einem einstweiligen Beschluss stellte das Gericht fest, dass die Klage „plausibel“ sei.

Eine von den USA vermittelte Waffenruhe trat im Oktober 2025 in Kraft. Beide Seiten haben sich wiederholt gegenseitige Verstöße gegen die Vereinbarung vorgeworfen. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums sind seither rund 800 weitere Menschen durch das israelische Militär getötet.

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