Mit den Treibstoffpreisen steigen auch die politischen Sorgen um die europäische Wirtschaft. Nach den Tankstellen könnte es bald an den Flughäfen Engpässe geben. Niederösterreichs SPÖ-Chef Sven Hergovich fordert Vorbereitungen für einen Krisenmechanismus von ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Es war niemand Geringerer als der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, der – wie berichtet – ob der Auswirkungen des Iran-Krieges vor wirtschaftlichen Folgen wie bei der Corona-Pandemie warnte. Und es waren der Lufthansa-CEO Carsten Spohr und Ryanair-Chef Michael O‘Leary, die nach den Merz-Aussagen ein Bild davon zeichneten, was damit alles gemeint sein könnte.
1,5 Milliarden Euro Mehrkosten
Spohr kündigte etwa an, dass seinem Konzern, dessen Tochtergesellschaft ja die Austrian Airlines (AUA) sind, allein beim Treibstoff Mehrkosten von bis zu 1,5 Milliarden Euro drohen könnten. Die Folge: Sollte sich die Lage im Iran nicht verbessern, drohen erhöhte Ticketpreise und reduzierter Flugverkehr. Bis zu 40 Jets dürften dann nicht mehr abheben – was massive Folgen für den Flughafen mit sich bringen dürfte. Eine Kerosin-Krise, die auch die Billigfluggesellschaft Ryanair nicht kaltlassen wird.
Hergovich richtet sich an Hattmannsdorfer
O‘Leary stellte erhöhte Ticketpreise von April bis Juni in Aussicht. Ein „Angebotsschock“, der jetzt auch die heimische Politik auf den Plan ruft. Niederösterreichs SPÖ-Chef Sven Hergovich, bestens vernetzt am Wiener Flughafen, fordert (wie schon beim Sprit an den Tankstellen) Preiseingriffe und richtet sich an den Wirtschaftsminister. „Wolfgang Hattmannsdorfer muss mit der Vorbereitung eines Krisenmechanismus beginnen. Wichtig ist es, frühzeitig in die Übergewinne einzugreifen, um ein Durchrauschen der Inflation zu verhindern“, meint er.
Verbotsforderung für militärische Überflüge
Gleichsam fordert der Rote wegen des Krieges „aus sicherheitspolitischen Gründen“ auch ein Verbot von militärischen Überflügen im heimischen Luftraum, wie es Länder wie Spanien, Italien, oder auch die Schweiz bereits haben. „Dieser Krieg schadet den österreichischen Wirtschaftsinteressen, Europa als Ganzem und dem Weltfrieden. Ein Verbot aller Überflüge könnte unser kleiner Beitrag zu einem Osterfrieden sein, den wir alle herbeisehnen. Es wäre zudem ein klares Signal gegen die schändliche Politik von Trump“, erklärt Hergovich.
EU-Kommissar will, dass wir weniger reisen
Um in der Iran-Krise weniger Kraftstoff zu verbrauchen, drängt EU-Energiekommissar Dan Jørgensen die Bürger dazu, auf Reisen zu verzichten. „Je mehr man tun kann, um Öl zu sparen, insbesondere Diesel, insbesondere Flugbenzin, desto besser geht es uns“, erklärte er dazu. Denn die Lage sei sehr ernst, so der Däne in Brüssel. Auch sollten die Mitgliedsstaaten etwa mit der Reduktion der Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Autobahnen um zehn Kilometer pro Stunde, der Förderung der öffentlichen Verkehrsmittel und der Einschränkung des Zugangs für Autos zu Großstädten gegensteuern.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.