Es wird hoch emotional
Polizeieinsatz samt Sperrzone bei Wal „Timmy“
Um Buckelwal „Timmy“ in der Ostsee steht es nicht gut: Die Experten haben die Hoffnung für den Meeressäuger aufgegeben. Ihn zu animieren, wäre laut ihrer Einschätzung Tierquälerei. Doch so mancher will sich einfach nicht mit diesem Schicksal abfinden.
Es sei die Zeit gekommen, „ihn gehen zu lassen“, presste der an der Rettung beteiligte Experte Burkard Baschek die traurige Wahrheit bei einer Pressekonferenz heraus. Die Rettungsversuche werden eingestellt.
Sehr nahe geht das Schicksal von „Timmy“ auch Umweltminister Till Backhaus. Das Tier solle an seinem jetzigen Liegeplatz in Ruhe gelassen werden: „Er hat seine Chance gehabt. Wir stehen vor Ostern. Und ich bin evangelisch erzogen. Und Sie wissen, was Ostern ist. Da ist man in Gottes Hand. Und was mit Jesus passiert ist, wissen wir auch.“ Wütende User wollten den nahenden Tod des Tieres nicht akzeptieren und sorgten für einen Shitstorm auf dem Instagram-Profil des Ministers – der sehr angefasst gewesen sei.
Schaulustige mit Booten unterwegs
Auch Schaulustige hat das Wal-Drama auf den Plan gerufen. Sie wollten sich mit Booten dem Meeressäuger nähern, berichtet die „Bild Zeitung“. Die Wasserschutz-Polizei musste demnach sogar eingreifen.
Der Meeressäuger atmete und bewegte sich zwar am Mittwochmorgen, wie die Wasserschutzpolizei beobachten konnte. Die Situation ist aber problematisch. „Die Liegeposition des Wals ist ungünstig, da das Wasser in der Umgebung sehr flach ist und daran wird sich bis morgen nur wenig ändern. Dazu ist die Bucht sehr verwinkelt“, so Backhaus.
Keine Rettungsaktion
Ein Sprecher des Umweltministeriums bestätigte, dass es am Dienstagabend und in der Nacht keine weitere Rettungsaktion für den Buckelwal vor Wismars Ostseeküste gegeben hat. Man wollte dem Tier Ruhe lassen, um doch noch eine Rettung zu schaffen.
„Es hat sich gezeigt, dass es sich lohnen kann, dem Tier Ruhe zu gönnen. Diese Ruhe werden wir ihm nun geben“, hieß es noch in der Früh, aber die Lage blieb kritisch. Der bereits mehrfach gestrandete Wal hatte sich am Dienstag im flachen Wasser vor der Insel Poel festgesetzt.
Seit Anfang März an Ostseeküste
Der Buckelwal war zunächst in der Nacht zum 23. März auf einer Sandbank in Schleswig-Holstein vor Timmendorfer Strand gestrandet. Später gelang es dem Tier, das flache Wasser zu verlassen, nachdem Helfer eine Rinne ausgehoben hatten. Am Samstag wurde er dann vor Wismar in flachem Wasser gesichtet.
Das Tier war zwischenzeitlich abgetaucht, wurde aber am Dienstagvormittag erneut gesichtet. Dabei schwamm es zunächst frei, doch dann teilten Umweltminister Till Backhaus (SPD) und Greenpeace mit, dass der inzwischen „Timmy“ genannte Meeressäuger wieder festsitze.
Bereits seit Anfang März war der Wal den Angaben zufolge immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Das Tier hatte sich demnach in einem Netz verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit.










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