Steckt wieder fest
Rettungsaktion für Wal „Timmy“ unterbrochen
Buckelwal „Timmy“, irrt seit Wochen in der Ostsee – zuletzt konnte er sich aus der Wismarer Bucht befreien, wo er auf einer Sandbank festsaß. Doch ein Happy End ist nicht in Sicht: Er strandete erneut. Am Dienstagabend entschieden Experten, die Rettungsversuche vorerst zu unterbrechen.
Nachdem sich „Timmy“ am Montagabend loskämpfen konnte und wieder frei schwamm, verlor die Wasserpolizei kurz die Spur des Meeresgiganten. Er war in der Dunkelheit der Nacht abgetaucht und war nicht mehr zu sehen. Als er wieder gesichtet wurde, schwamm er allerdings wieder in die Bucht.
Aktuell soll er sich östlich der Insel Walfisch aufhalten. Die Umweltorganisation Greenpeace wollte ihn davon abhalten, ins Flachwasser der Insel Poel zu schwimmen. Der Weg sollte mit einem Boot versperrt werden, zudem war eine Drohne im Einsatz. Doch der Wal strandete dennoch in der Bucht von Kirchdorf, wie Umweltminister Till Backhaus auf einer Pressekonferenz in Wismar erklärte.
In diesem Gebiet hielt sich „Timmy“ am Dienstag auf:
Kann sich „Timmy“ selbst aus misslicher Lage befreien?
Am Dienstag soll es vorerst keine weitere Rettungsaktion für den Buckelwal vor Wismars Ostseeküste geben. Man wolle dem Tier Ruhe gönnen, in der Hoffnung, dass das Tier es alleine schaffe sich freizuschwimmen, teilte ein Sprecher des Umweltministeriums mit. Am Mittwoch früh solle erneut ein Team den Zustand des Wals überprüfen.
In der Bucht von Wismar war er zuvor bereits auf Grund gelegen. Als er sich schließlich befreien konnte, nahm das offenbar verwirrte Tier Kurs auf den Hafen anstatt auf das offene Meer. Die Wasserschutzpolizei konnte „Timmy“ schließlich mit Lärm dazu bewegen, seine Richtung zu ändern. Nachdem er am Dienstag schließlich wieder entdeckt wurde, fuhr ein Team von Experten wieder mit einem Schlauchboot hinaus, um den Wal zu beobachten. Die Sicht war jedoch beschränkt – durch den Wind hatten sich Schaumkronen gebildet, die die Beobachtung erschwerten.
Greenpeace hofft, dass die Odysee von „Timmy“ nun bald vorbei ist. „Wir sind vorsichtig positiv. Er ist in die richtige Richtung, ins offene Meer, geschwommen. Sein Weg geht jetzt weiter und wir warten auf Updates und Sichtungen. Aber wir sind einsatzbereit und haben mehrere Boote vor Ort“, erklärte die Meeresbiologin Franziska Saalmann gegenüber „Bild“.
Wal seit Anfang März in Küstennähe
Der Buckelwal war zunächst in der Nacht zum 23. März auf einer Sandbank in Schleswig-Holstein vor Timmendorfer Strand gestrandet. In der Nacht zum Freitag gelang es dem Tier, das flache Wasser zu verlassen, nachdem Helfer eine Rinne ausgehoben hatten. Am Samstag wurde er dann vor Wismar in flachem Wasser gesichtet. Nach Angaben des Umweltministeriums war der Wal seit dem 3. März im küstennahen Bereich der Ostsee unterwegs.
Meeressäuger weltweit zunehmend unter Stress
Die Naturschutzorganisation WWF warnte indes davor, dass die Belastungen für Meeressäuger weltweit zunehmen. Dazu würden vor allem steigender Unterwasserlärm, zunehmender Schiffsverkehr und Veränderungen im Nahrungsangebot durch die Klimakrise zählen. „Wir verwandeln die Meere zunehmend in eine Stresszone für Wale. Treffen mehrere Belastungen zusammen, steigt auch das Risiko für Strandungen. Selbst hochmobile Arten wie Buckelwale sind dadurch verletzlich“, sagt WWF-Meeresbiologe Axel Hein.










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