Brisanter Bericht

Wollte US-Minister mit Krieg Millionen scheffeln?

Außenpolitik
31.03.2026 10:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein brisanter Medienbericht aus Washington: In den Wochen vor dem US-israelischen Angriff auf den Iran soll ein Börsenmakler des US-Kriegsministers Pete Hegseth versucht haben, mehrere Millionen in führende Rüstungsunternehmen zu lenken. Das Pentagon dementiert jedoch vehement.

Wie die „Financial Times“ unter Berufung auf drei mit dem Vorgang vertraute Personen berichtete, kontaktierte sein Börsenmakler von der Investmentbank Morgan Stanley bereits im Februar die US-amerikanische Finanzfirma BlackRock wegen einer möglichen Investition in Millionenhöhe in den verteidigungsbezogenen Fonds „Defense Industrials Active ETF“.

Der Fonds bündelt Beteiligungen an bedeutenden Rüstungsunternehmen und wäre damit ausgerechnet in einer Phase geopolitischer Eskalation besonders sensibel gewesen.

Warum es nicht zur Transaktion kam
Besonders pikant: Der Vorstoß soll kurz vor dem Militärschlag gegen Teheran erfolgt sein. Laut dem Bericht kam es am Ende zwar nicht zur Transaktion, da der Fonds für Kunden von Morgan Stanley noch nicht zum Kauf verfügbar war. Doch allein der Versuch dürfte neue Fragen auslösen.

Muss sich wegen des Verdachts auf Insider-Nähe erklären: Pete Hegseth, Kriegsminister im ...
Muss sich wegen des Verdachts auf Insider-Nähe erklären: Pete Hegseth, Kriegsminister im Kabinett von US-Präsident Donald Trump.(Bild: EPA/WILL OLIVER / POOL)

Denn laut der Nachrichtenagentur Reuters blieb offen, wie viel Entscheidungsspielraum der Börsenmakler bei Investments für Hegseth hatte. Ebenfalls unklar ist, ob Hegseth von dem Vorgang wusste. Genau diese Unsicherheit verleiht dem Fall politische Sprengkraft.

Pentagon fordert „sofortige Rücknahme“ des Berichts
Der Chefsprecher des Pentagon, Sean Parnell, wies die Darstellung auf X scharf zurück. Die Geschichte sei „völlig falsch und erfunden“ und er forderte eine Richtigstellung. Das US-Verteidigungsministerium fordert offenbar auch die „sofortige“ Rücknahme eines Zeitungsberichts. Zugleich erklärte Parnell, weder Hegseth noch dessen Vertreter hätten BlackRock wegen einer solchen Investition kontaktiert.

BlackRock lehnte eine Stellungnahme ab. Morgan Stanley reagierte laut Reuters zunächst nicht auf eine Anfrage. Der Bericht fällt in eine Zeit, in der auffällig gut getimte Wetten vor wichtigen Entscheidungen von US-Präsident Donald Trump zunehmend Aufmerksamkeit erhalten. Dabei stellen Experten zunehmend die Frage, ob Informationen vorab nach außen gedrungen sein könnten.

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