Frankreichs Dirigenten-Jungstar kehrte nach internationalen Erfolgen im Musikverein in Wien zurück ans Pult des ORF-Radio-Symphonieorchesters. Höhepunkt des Abends: Erstaufführung von Chaya Czernowins „NO! A Lament for the Innocent“.
In der internationalen Opernszene und als Spezialist für Neue Musik ist er längst ein Begriff: Maxime Pascal (40) dirigiert in Paris, an der Scala, der Berliner Staatsoper, in Londons Royal Festival Hall. Ab Herbst ist er Hauptdirigent der Deutschen Oper Berlin. Bei den Salzburger Festspielen begeisterte er mit Martinůs „Griechischer Passion“ und Eötvös’ „Drei Schwestern“, in Wien mit Alban Bergs „Lulu“ bei den Festwochen.
Nun kehrte er im Musikverein zurück ans Pult des ORF-Radio-Symphonieorchesters (RSO). Und wurde mit Ovationen und Jubelgeschrei gefeiert. Mit den hervorragend studierten Musikern zeigt er, wie delikat er Gefühle, Träume, Begierden in Pastellfarben schildert – wie in Debussys „L’après-midi d’un faune“ – oder wie er Nikolai Rimskij-Korsakows spätromantischen Orientzauber in „Scheherazade“ zur hinreißenden Klangorgie aufputscht.
Höhepunkt des Abends war die Erstaufführung von Chaya Czernowins „NO! A Lament for the Innocent“. Pascal inszeniert Szenen der traumatischen Verwundungen jener Mütter, die von Trump bei der Ausweisung aus den USA von ihren Kindern getrennt wurden. Packend, scharf, mit enormer Energie. Souverän führt er mit einem Co-Dirigenten, Othman Louati, die zwei Orchester. Erschütternd der Aufschrei der beiden Soprane Sofia Jernberg & Keren Motseri „No! Don’t take my child away.“
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