Bauernkrieg in OÖ

Drehbuchautorin: „Kaputt machen ist einfach“

Oberösterreich
17.05.2026 15:00

Ob SOKOs oder „Tatort“-Krimis: Sarah Wassermair liebt das Verbrechen und jagt es auch. Sie ist „alle“ in einer Person, denn die Oberösterreicherin ist eine der gefragtesten Drehbuchautorinnen. Für das Blasmusik-Event „Land und Wille“ hat sie aber einen Text über den Bauernkrieg mitverfasst. Warum eigentlich?

Sarah Wassermair (38) aus Aschach/Donau zählt zu den markanten Stimmen der österreichischen Drehbuchszene.

Ob „SOKO Donau“, „Tatort“ oder die Mystery-Serie „Janus“ – ihre Arbeiten für Film, Fernsehen und Musiktheater zeichnen sich durch dramaturgische Genauigkeit und große menschliche Nähe aus. Für das Konzerterlebnis „Land und Wille“, das am Samstag, 30. Mai, in St. Agatha im Zuge der „communale oö“ zur Aufführung kommt, hat sie gemeinsam mit Michael Schreckenberg einen Text verfasst, der Geschichte im Heute nacherleben lässt.

Bauernkrieg-Motiv der Produktion „Land und Wille“
Bauernkrieg-Motiv der Produktion „Land und Wille“(Bild: Rafael Hintersteiner)

„Krone“: Sie sind als Drehbuchschreiberin sehr gefragt, haben SOKO-Folgen, Tatorte und Landkrimis geschrieben. Welche Mörder oder Mörderinnen sind für Sie wirklich spannend?

Sarah Wassermair: Je älter ich werde, umso uninteressanter finde ich Mörder insgesamt. Mich faszinieren die Menschen rundherum: die Opfer, die Angehörigen, die Helfer. Etwas kaputt zu machen ist einfach. Mit den Konsequenzen zu leben? Das ist oft das Schwerste der Welt.

Wie recherchieren Sie? Gehen Sie direkt zur Polizei, oder begeben Sie sich undercover in ein Milieu?

Naja, ich bin eine kleine Frau mit oberösterreichischem Akzent – undercover in der georgischen Mafia würde ein bissl auffallen. Aber ich liebe Recherche. Zuerst lese ich mich ein paar Wochen bis Monate in das Thema ein, dann führe ich Interviews mit Betroffenen, Milieuangehörigen und Experten. Auch mit der Polizei rede ich, vor allem die Pressestelle des Wiener LKAs hat mir oft weitergeholfen.

Sie haben auch für „Land und Wille“, ein Konzerterlebnis mit Handlung, den Text verfasst. Wie sind Sie da vorgegangen?

„Land und Wille“

Mitwirkende OÖ. Blasmusikverband, Marktmusikkapelle Haag am Hausruck, Männergesangsvereine Haag am Hausruck, Grieskirchen-Tolleterau; Kevin Krennhuber (Erzähler).

Aufführungen Samstag, 30. Mai 2026, 20 Uhr, Waldbühne St. Agatha (oeticket.com); Freitag, 7. August 2026, 20.30 Uhr, Marktplatz Haag am Hausruck (Ticketverkauf folgt).

Das Besondere an diesem Projekt war für mich, dass ich mit einem meiner Lieblingsmenschen zusammenarbeiten konnte: Michael Schreckenberg ist nicht nur Autor, sondern auch Historiker. Wir haben uns zuerst in die Recherche vergraben und einiges über die Bauernkriege herausgefunden, was man so wirklich nicht in der Schule lernt. Und dann haben wir uns die Geschichte einfach gegenseitig erzählt. Zuerst schrieb ich ein paar Seiten, dann er ein paar, dann wieder ich – ein wunderschöner Prozess.

Was lieben Sie an Oberösterreich und was nicht?

Die Landschaft ist die schönste der Welt. Ich bin selten glücklicher, als wenn ich nach einer durchschriebenen Nacht noch einen Morgenspaziergang mache und der Nebel über der Donau liegt, über den grünen Hügeln rundherum. Was mich immer irritiert: Die Lokalpolitik scheint oft den Wert dieser uralten Kulturlandschaft zu vergessen. Sie ist schützenswert! Ich wünsche mir, dass für die nächsten Generationen auch noch was überbleibt.

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