Volksoper

„Piraten von Penzance“ erobern Wien im Sturm

Kultur
28.03.2026 13:23

Das britische Regie-Duo Spymonkey führt die Operette „Die Piraten von Penzance“ in der Volksoper zum Erfolg. Aitor Basauri und Toby Park erwecken den Klassiker von Arthur Sullivan und William Gilbert mit viel Witz und Schwung zu neuem Leben.

Einen Musiktheaterabend ganz wie damals verspricht Robert Kitzler, „Interimsdirektor“ der Volksoper, dem Publikum zum Beginn. Er sei ja selbst Konservativer und stolz, die Originalproduktion der britischen Operette „Die Piraten von Penzance“ von 1880 präsentieren zu können.

Im Laufe der Vorstellung wird Kitzler (herrlich als Slimfit-Manager-Persiflage: Marcel Mohab) immer wieder unbeholfen durch die Szenen stolpern und sich wundern – über den tollpatschigen Wiener Polizeichor in den herrlich absurden Fischkostümen (Ausstattung: Julian Crouch), über die üppigen Rüschenkleider der Damen, die allzu gutherzigen Piraten, die ängstlichen britischen Polizei-„Bobbies“ oder über das köstliche Wind-Ballett (Choreografie: Gail Skrela).

Spymonkey sind nach dem Erfolg ihres „Orpheus in der Unterwelt“ zurück an der Volksoper und sorgen nun mit dem Gilbert & Sullivan-Klassiker erneut für allerbeste Humor- und Lachtherapie. Nicht nur die Rahmenhandlung benutzen die beiden Briten für humoristische Parodien auf den Opernbetrieb, auch die Liebesgeschichte des Piratenlehrlings Frederic (Timothy Fallon mit einer gekonnt schmelzigen Tenor-Persiflage) und der Majorstochter Mabel (als vokal akrobatischer koketter Trotzkopf: Nicole Chévalier) erzählen sie mit Augenzwinkern und Selbstironie. Auch die weiteren Rollen haben liebevoll erzählte witzige Momente: Katja Ledoux als großherziger Piratenkönig, Katharina Pizzera als zugeknöpfte Assistentin und freizügiger Piraten-Leutnant oder Johanna Arrouas als köstlich schweizerische Nanny.

Übersichtlich und schwungvoll
Die 1996 geborene britische Dirigentin Cloe Rooke debütierte bei der Premiere am Freitag an der Volksoper. Auch sie spielte geschickt mit den vielen Musik-Zitaten und Opern-Paraphrasen des Stücks und organisierte das mitunter übervolle Bühnengeschehen übersichtlich wie schwungvoll.

Was dieser kurzweiligen Produktion trotz der unzähligen Slapstick-Momente und pointierten Parodien gelingt: Sie verrät weder das Stück selbst noch seine Darsteller. Ein humorvoller Abend, der die Herzen der Wiener wohl im Sturm erobern wird.

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