Epstein-Komplizin

Großbank UBS hat Maxwell bei Versteck geholfen

Ausland
27.03.2026 22:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Schweizer Großbank UBS hat der verurteilten Sexualstraftäterin Ghislaine Maxwell beim Kauf ihres Verstecks geholfen. Das geht aus Unterlagen des US-Justizministeriums hervor. Dem Geldinstitut wird vorgeworfen, im November 2019 eine Überweisung für die Vertraute des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein abgewickelt zu haben.

Brisant ist, dass die Schweizer Bank zu dem Zeitpunkt bereits entsprechende Informationen gehabt haben dürfte. Denn drei Monate zuvor hatte die US-Justiz die UBS aufgefordert, wegen einer Untersuchung Informationen über Maxwells Finanzen offenzulegen. Konkret transferierte die Bank am 12. November 2019 knapp acht Millionen Dollar (umgerechnet 6,9 Millionen Euro) von einem Konto des von Maxwell eingerichteten Montpellier Trust. Ein Teil des Geldes floss über mehrere Stationen in den Barkauf eines 1,1 Millionen teuren Anwesens im US-Bundesstaat New Hampshire.

Die Bank hatte Maxwell im August 2019 zwar mitgeteilt, die Geschäftsbeziehung innerhalb eines Monats ohne Angaben von Gründen zu beenden, die spätere Überweisung aber dann abgewickelt. Die UBS verwies nun darauf, sich nicht dazu zu äußern. „Banken, die von einer geheimen strafrechtlichen Untersuchung erfahren, tun in der Regel alles, um öffentlich zugängliche Informationen zu finden, die es rechtfertigen, das Geld des Verdächtigen zurückzuhalten“, sagte Finanzkriminalitätsexperte Tom Kirchmaier von der London School of Economics.

Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell (Archivbild)
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell (Archivbild)(Bild: AFP/HANDOUT)

Letzter Wohnsitz vor Verhaftung
Maxwell nutzte das abgeschiedene Anwesen mit dem Namen „Tucked Away“ („Versteckt“) in der Kleinstadt Bradford als letzten Wohnsitz vor ihrer Verhaftung im Juli 2020. Um das Haus zu erwerben, trat sie unter dem falschen Namen Janet Marshall auf und gab sich als Journalistin aus, die Privatsphäre suche, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Bei ihrer Festnahme wurde auch ein Handy entdeckt, das in Aluminiumfolie eingewickelt war, um eine Ortung zu verhindern.

Grundsätzlich sind Banken in den USA verpflichtet, verdächtige Transaktionen innerhalb von 30 Tagen an das Finanzministerium zu melden. Aus den Dokumenten geht hervor, dass die UBS nach Maxwells Verhaftung Verdachtsmeldungen für Überweisungen im Wert von mehr als 18 Millionen Dollar einreichte. „Das Muster, das wir bei unseren Ermittlungen zu Epstein und vielen anderen wohlhabenden Kriminellen gesehen haben, ist, dass die Banken wegsehen, weil sie wissen, dass extrem reiche Kunden jederzeit ihre Koffer packen und ihr Geld zur Konkurrenz auf der anderen Straßenseite bringen können“, kritisierte US-Senator Ron Wyden.

Rekrutierte Mädchen
Maxwell wurde 2021 zu 20 Jahren Haft verurteilt, weil sie minderjährige Mädchen für Epstein rekrutiert und missbraucht hatte. Epstein selbst war im August 2019 im Gefängnis gestorben, während er auf seinen Prozess wartete. Aus den Dokumenten geht hervor, dass auch andere Geldinstitute in ihre Geschäfte verwickelt waren, darunter die britische Bank Barclays, die Deutsche Bank und Morgan Stanley.

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