Wegen Krieg im Iran

Luxusairline parkt ihre Mega-Jets nun im Nirgendwo

Ausland
25.03.2026 16:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mitten in einer staubigen, abgelegenen Region Spaniens füllt sich ein Flughafen mit stillgelegten Flugzeugen – statt Starts und Landungen dominiert dort plötzlich das Warten. Der Grund: Der Konflikt mit dem Iran wirbelt den internationalen Flugverkehr durcheinander und zwingt Airlines zu drastischen Maßnahmen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wird der staatliche Flughafen Teruel im Osten Spaniens derzeit wieder verstärkt als Abstellfläche genutzt. Luftraumsperren und Umleitungen infolge des Kriegs im Nahen Osten bringen Flugpläne durcheinander, zudem bestehen Risiken für die Versorgung mit Kerosin. Airlines suchen daher sichere Standorte in Europa, um Maschinen vorübergehend zu parken.

Noch 20 weitere Flugzeuge erwartet
Der Flughafen, der normalerweise als eines der größten Wartungs- und Lagerzentren für Flugzeuge in Europa dient, hatte bereits während der COVID-Pandemie rund 140 Maschinen aufgenommen. Nun werden laut einem von Reuters eingesehenen Zeitplan bis Samstag etwa 20 weitere Flugzeuge erwartet, darunter 17 Maschinen der Fluggesellschaft Qatar Airways.

Flughafenmanager: „Das ist nicht normal“
Allein am Freitag sollen rund zehn Großraumflugzeuge – also die größten Passagierjets der Welt – in Teruel eingetroffen sein. Darunter befanden sich ein Airbus A380, der aus London kam, sowie mehrere Airbus A350 und eine Boeing 787 der Qatar Airways. Eine Stellungnahme der Airline zu ihren Plänen lag zunächst nicht vor.

„Das ist nicht normal“, sagte Flughafenmanager Alejandro Ibrahim gegenüber der Nachrichtenagentur. Die Unternehmen würden derzeit ihre Flotten und Routen überdenken und nach sicheren Standorten suchen, um ihre Flugzeuge abzustellen – Europa erfülle diese Anforderungen.

Region als Symbol für „leeres“ ländliches Gebiet
Der Flughafen liegt rund 300 Kilometer von Madrid entfernt und gilt als Symbol für die sogenannte „leere“ ländliche Region Spaniens. Im Regelbetrieb landen dort üblicherweise nur etwa zwei Flugzeuge pro Tag. Aktuell ist das Bild ein anderes: Nur wenige Menschen, meist Piloten und Crewmitglieder, verlassen das Gelände, während immer mehr Maschinen auf dem Rollfeld stehen bleiben.

Mit Platz für bis zu 250 Großraumflugzeuge und bis zu 400 kleinere Maschinen zählt Teruel zu den größten Flugzeug-Abstellplätzen Europas. Da der Flughafen keine Passagiere abfertigt, können die Jets dort problemlos länger stehen bleiben.

Entwicklung nur bedingt wünschenswert
Wie viele weitere Flugzeuge noch eintreffen könnten, ist unklar. „Wir arbeiten von Woche zu Woche, weil es keinen klaren Horizont gibt“, sagte Ibrahim. Viel hänge davon ab, wie sich der Konflikt weiterentwickle und welche Entscheidungen die Airlines treffen.

Langfristig sei die aktuelle Entwicklung für den Flughafen allerdings nur bedingt wünschenswert. Das Kerngeschäft liege in Wartung und Instandhaltung – und dafür müssten die Flugzeuge eigentlich in der Luft sein. „Je mehr Flugzeuge fliegen, desto mehr Aktivität haben wir“, so Ibrahim.

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