Ein rechtliches Hindernis verzögert den Kampf gegen die Rebzikade im Burgenland: Die Verordnung ist noch ausständig, soll aber bald fertig werden.
Eigentlich herrscht unter den burgenländischen Parteien Einigkeit, dass gegen die Ausbreitung der Rebzikade dringend etwas unternommen werden muss. Das Insekt ist bekanntermaßen für die Übertragung der Krankheit „Goldgelbe Vergilbung“ verantwortlich, die die Rebstöcke schädigt und unbrauchbar machen kann – mit fatalen Folgen für den Weinbau.
Der Landtag hat daher im Februar das Weinbaugesetz geändert, um eine Ausbreitung einzudämmen. Allerdings: Die entsprechende Verordnung fehlt nach wie vor. Diese stellt die rechtliche Grundlage für die Maßnahmen dar, legt Befallszonen und Handlungsmöglichkeiten fest.
„Es geht um Existenzen“
Von der ÖVP kommt nun Kritik: „Ohne klare Festlegung von Befallszonen und verpflichtende Maßnahmen bleibt das Gesetz wirkungslos. Während die rot-grüne Landesregierung zuwartet, verlieren die Betriebe wertvolle Zeit“, so ÖVP-Agrarsprecherin Carina Laschober-Luif. Rasches Handeln sei notwendig, um massive Ernteausfälle zu verhindern. Die Verunsicherung bei den Betrieben sei groß. „Es geht um Existenzen, Arbeitsplätze und regionale Versorgung“, so ÖVP-Landesparteiobmann Christoph Zarits. FPÖ-Abgeordnete Michelle Whitfield drängt ebenfalls auf ein rasches Handeln.
Beim Büro von Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne) beruhigt man hingegen: Die Bearbeitung der Verordnung sei bereits weit fortgeschritten und im finalen Stadium. Die kritische Zeit für die Ausbreitung der Larven beginne mit Anfang Juni. Bis dahin werde die Verordnung – die sich stark am steiermärkischen Pedant orientieren soll – auf jeden Fall fertig sein.
Gemeinsame Strategie mit AGES und Bio-Betrieben
Es werde auch eine Strategie erarbeitet, wie man die Ausbreitung der Krankheit möglichst eindämmen kann. Dazu werde es demnächst einen Termin mit der Landwirtschaftskammer geben. AGES und Bio-Betriebe sollen ebenso eingebunden werden, wird erklärt.
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