Wer den Befall von Rebzikaden im Weingarten ignoriert, fasst 6000 Euro Geldbuße pro Hektar aus. Jetzt wird im Burgenland noch strenger kontrolliert.
Ob in Eisenberg an der Pinka im Landessüden oder am Rande des Leithaberges nahe Eisenstadt – die Amerikanische Rebzikade hatte vergangene Saison ihre ersten Spuren hinterlassen. Im Burgenland hielt sich das Ausmaß der Ausbreitung laut den offiziellen Sachverständigen noch in Grenzen.
Schädling breitet sich aus
Doch vor dem Rebstock-Killer ist kein Gebiet lange gefeit. Ausgehend von Portugal und Spanien, ist der Schädling aufgrund der Klimaerwärmung über Slowenien bis in den Osten Österreichs gewandert. In der Steiermark hat bereits eine Taskforce den Kampf gegen den heimtückischen Eindringling aufgenommen.
Vorbereitungen laufen
„Die Rebzikade bewegt sich in einem Umkreis von bis zu 40 Kilometern. Dieselbe Distanz legt sie jedes Jahr zurück, um weiter Richtung Norden zu ziehen“, warnen die Fachleute. Um den Vormarsch einzudämmen und letztlich zu stoppen, laufen im Burgenland die Vorbereitungen längst auf Hochtouren.
Die Rebzikade wird direkt bekämpft. Gleichzeitig ist ihr Rückzugsgebiet in den verwilderten Grundstücken stillzulegen.
Andreas Liegenfeld (ÖVP), Präsident des Weinbauverbandes
Novelle des Weinbaugesetzes
Wie angekündigt, ließ die Landesregierung ein Maßnahmenpaket gegen den Schädling und die von ihm übertragene „Goldgelbe Vergilbung“ ausarbeiten. Ein Baustein ist die Novelle des burgenländischen Weinbaugesetzes, die derzeit in Begutachtung ist. „Jeder Bezirkshauptmannschaft soll damit die Möglichkeit eingeräumt werden, nicht bewirtschaftete Weingärten bescheidmäßig roden zu können“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreterin und Agrarlandesrätin Anja Haider-Wallner.
6000 Euro pro Hektar
Denn brachliegende Rebflächen sind ideale Rückzugsgebiete nicht nur für die Rebzikade, sondern genauso für andere Schädlinge. Wer notwendige Pflegearbeiten vernachlässigt oder ignoriert, muss künftig mit einer Strafe von 6000 Euro pro Hektar rechnen – ein klarer Anreiz, zumal Rodungskosten von 3000 bis 4000 Euro pro Hektar klar darunter liegen. Die bestehende Verordnung zur Bekämpfung der „Goldgelben Vergilbung“ (Flavescence dorée) aus 2016 wird aktualisiert, um die Strategien rechtlich abzusichern. Die Novelle soll in der nächsten Landtagssitzung im Dezember beschlossen werden.
Regelmäßige Kontrollen sind der Schlüssel. Bei ersten Anzeichen ist die Beratungsstelle umgehend zu kontaktieren.
Anja Haider-Wallner, LH-Stellvertreterin (Die Grünen)
Beraterteams stehen laufend im Austausch mit Winzern. Da sich die Rebzikade auch in Privatgärten etwa bei Rankpflanzen wie Clematis vermehren kann, startet das Land eine Info-Kampagne.
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