Das Land Vorarlberg hat 18 Gemeinden wissen lassen, dass sie keine Förderungen mehr für zusätzliches Personal in den Kindergärten erhalten – für die Zahl der dort zu betreuenden Kinder reiche das Personal aus.
In den vergangenen Jahren genoss der Ausbau der Kinderbetreuungskapazitäten in Vorarlberg höchste Priorität. Insbesondere seit dem Inkrafttreten des neuen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (KBBG) im Jahr 2023 haben viele Kommunen zusätzliche Elementarpädagoginnen und Assistenzkräfte angestellt – und wurden dafür vom Land mit bis zu 90 Prozent der Personalkosten entschädigt.
Mit dieser Großzügigkeit scheint nun Schluss zu sein. Laut ORF habe das Land insgesamt 18 Gemeinden mitgeteilt, dass sie keine Förderungen mehr für zusätzliches Personal in den Kindergärten erhalten. Argumentiert wurde das damit, dass in den betreffenden Kommunen die Betreuungsschlüssel, also das Verhältnis von Kindern zu Pädagoginnen, zu niedrig seien. Zudem sei in den kommenden Jahren mit sinkenden Geburtenraten zu rechnen, folglich müsse der Personalstand nicht aufgestockt werden.
Statt zu investieren, wird gekürzt
Wenig überraschend hält sich in den Gemeinden die Freude über diesen Förderdeckel in Grenzen, dem Vernehmen nach sollen in mehreren Fällen geplante Einstellungen bereits wieder abgesagt worden sein. Es ist nicht der erste Einschnitt in der Kinderbetreuung: Vor einigen Monaten hat das Land angekündigt, die Förderungen für die privaten Kinderbildungseinrichtungen zurückzufahren – tritt das tatsächlich ein, werden wohl viele Eltern aus finanziellen Gründen ihre Kinder künftig in einer öffentlichen Einrichtung unterbringen.
Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund kann SPÖ-Bildungssprecherin Manuela Auer den Entschluss des Landes, nun auch bei den öffentlichen Kindergärten die Handbremse zu ziehen, nicht nachvollziehen: „Statt in die Zukunft unserer Kinder zu investieren, kürzt Schwarz-Blau beim Personal. Damit verkennt die Landesregierung die Realität in den Kinderbildungseinrichtungen.“ Bereits jetzt sei das Personal am Limit, 70 Prozent der Elementarpädagoginnen würden aufgrund der schlechten Rahmenbedingungen sogar über einen Jobwechsel nachdenken.
Statt in die Zukunft der Kinder zu investieren, kürzt Schwarz-Blau beim Personal, das bereits jetzt am Limit ist.

Manuela Auer, SPÖ
Bild: sos
Unverständnis auch bei den Grünen
Ähnlich sieht das Grünen-Bildungssprecherin Eva Hammerer: „Der Druck auf das System wird steigen. Gerade jetzt beim Personal zu kürzen, ist völlig verantwortungslos. Es braucht mehr Fachkräfte – nicht weniger!“ Hammerer verweist in diesem Zusammenhang auch auf das miese Abschneiden der Vorarlberger Volksschüler – speziell im Fach Deutsch – bei den jüngsten Kompetenztests des Bildungsministeriums: „Die Studie zeigt: Kinder brauchen schon im Kindergarten mehr Unterstützung – mit gut ausgebildetem Personal, kleinen Gruppen und ausreichend Ressourcen. Stattdessen kürzt die schwarz-blaue Landesregierung genau hier und macht damit das glatte Gegenteil davon, was bildungspolitisch dringend nötig wäre“, schimpft sie.
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