Kinderbetreuung

Kritik an Förderstreichungen wächst weiter an

Vorarlberg
02.10.2025 12:30
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Nachdem bekannt wurde, dass das Land Vorarlberg bei der privaten Kinderbetreuung sparen will, wächst die Kritik weiter an. Neben dem Gemeindeverband legen auch AK und Grüne Protest ein. 

AK-Präsident Bernhard Heinzle warnt eindringlich vor den Folgen der geplanten Streichung der Landesförderung für Elternbeiträge bei dreijährigen Kindern in privaten Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen. „Das würde bedeuten, dass ein Platz in einer privaten Einrichtung deutlich teurer wird und damit nur noch für einkommensstarke Haushalte in Frage kommt. Das ist kein Chancenreichtum, sondern in Kauf genommene soziale Ungleichheit.“ Am Mittwoch hatte schon der Gemeindeverband seine Bedenken geäußert und das Land aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen. Nun werden noch mehr kritische Stimmen laut. 

Derzeit unterstützt das Land Vorarlberg Elternbeiträge für dreijährige Kinder in privaten Einrichtungen. Diese Förderung stellt sicher, dass die Entscheidung für eine Einrichtung nicht vom Einkommen der Eltern abhängt. „Ohne eine Tarifharmonisierung ist mit einer eklatanten Kostenerhöhung für Familien zu rechnen, die ihre dreijährigen Kinder in Einrichtungen mit privater Trägerschaft schicken möchten“, warnt Heinzle. „Das ist für viele Eltern nichts weniger als ein Ende der Wahlfreiheit.“ Zudem hätten die öffentlichen Einrichtungen keine Kapazitäten mehr, den Zusatzbedarf aufzufangen. Diese bräuchten Entlastung, nicht noch Zusatzaufgaben. 

Ähnlich sehen das auch die Grünen. Sie fordern eine rasche Lösung im Konflikt um die Finanzierung der privaten Kinderbetreuungseinrichtungen. „Jahrelang haben sich Gemeinden und Land auf den Errungenschaften der privaten Kinderbetreuungseinrichtungen ausgeruht. Ihnen jetzt von einem Tag auf den anderen die Förderungen abzudrehen, ist inakzeptabel“, kritisiert die Grüne Bildungssprecherin Eva Hammerer.

Offenlegen, wo Plätze fehlen
Die Leidtragenden des Konflikts zwischen Land und Gemeinden seien die Familien. „Es kann nicht sein, dass nun die Eltern zur Kasse gebeten werden, nur weil sich die ÖVP untereinander nicht einig ist“, erklärt Hammerer. Hammerer fordert, dass offengelegt wird, in welchen Gemeinden im kommenden Jahr nicht ausreichend Betreuungsplätze für dreijährige Kinder vorhanden sind. Dort müssen Land und Gemeinden einen Plan ausarbeiten, um diese Lücke zu schließen.

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