Meilenstein am CERN

Forschern gelang Lkw-Transport von Antimaterie

Wissen
24.03.2026 12:19
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf ist erstmals Antimaterie auf einem Lkw transportiert worden. „Es hat alles geklappt, die Antiprotonen sind noch da“, sagte der deutsche Physiker Stefan Ulmer, der die Messdaten aus einem Auto hinter dem Lastwagen überwacht hatte.

„Heute beginnt eine neue Epoche für Präzisionsmessungen“, sagte Ulmer. Der Transport auf dem CERN-Gelände war der Beweis, dass der von Ulmer, Christian Smorra und ihrem Team konzipierte Container funktioniert. Der historische Meilenstein wurde am Dienstag kurz nach halb elf Uhr verkündet. In einigen Jahren sollen nun Antiprotonen in Laboren in Düsseldorf, Hannover und Heidelberg transportiert werden. Dort können noch präzisere Messungen vorgenommen werden als am CERN möglich.

Antiprotonen sind Antimaterie-Teilchen zum Proton. Es hat dieselbe Masse wie ein Proton, seine Ladung ist betragsmäßig gleich, aber negativ. Antiprotonen sind zudem Teil der kosmischen Strahlung, auf der Erde können sie nur künstlich in Teilchenbeschleunigern erzeugt werden. Das geschah zum ersten Mal 1955 in einer Forschungseinrichtung in den USA.

Das CERN im Schweizer Genf
Das CERN im Schweizer Genf(Bild: AP/Anja Niedringhaus)

Antimaterie bei Urknall entstanden
Antimaterie ist Materie, die aus Antiteilchen besteht. Der Begriff wurde erstmals 1898 verwendet, im Zusammenhang mit Sternensystemen aus Antimaterie, die von unserer Materie rein durch Beobachtung nicht unterscheidbar ist. Bisherige Experimente und Theorien zeigen ein weitgehend identisches Verhalten. Demnach sind nach dem heißen und dichten Anfangszustand des Universums, dem Urknall, sowohl Materie als auch Antimaterie in etwa gleichen Mengen entstanden. Kurz darauf kam es aber zu gegenseitiger Vernichtung.

Bisher ist es in der Physik nicht gelungen, zu erklären, warum die Antimaterie fast vollständig verschwunden ist. Experimente wie jenes im CERN in Genf sollen einen Beitrag zur Lösung dieses Rätsels leisten. Die „normale“ Materie muss das Überbleibsel eines geringen Ungleichgewichts zu Beginn des Universums sein. Diese ist bis heute feststellbar.

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