Es regnet Öl

Tödliche Drohnenattacke bei Karin Kneissls Wohnort

Außenpolitik
15.05.2026 18:07

In der Nacht auf Freitag haben ukrainische Drohnen die russische Stadt Rjasan, wo die österreichische Ex-Außenministerin Karin Kneissl unterrichtet, ins Visier genommen. Dabei gerieten neben der Ölraffinerie zwei Wohnhäuser in Brand. Mindestens vier Menschen starben in den Flammen, weitere 28 wurden verletzt.

Gegen zwei Uhr nachts rissen gewaltige Explosionen die Bewohner von Rjasan aus dem Schlaf, berichtet der ukrainische Telegram-Kanal „Exilenova+“. Augenzeugen berichteten demnach von vorbeirauschenden Drohnen und wie grelle Blitze den Nachthimmel erleuchteten. Aufgrund der aktiven Luftabwehr sei es zunächst zu einer starken Rauchentwicklung gekommen.

Später berichtete der Gouverneur Pawel Malkow von Drohneneinschlägen in zwei mehrstöckige Wohnhäuser. Darüber hinaus seien Fragmente der unbemannten Flugkörper auf ein Gelände eines Industrieunternehmens gekracht. Mindestens vier Menschen hätten durch den Angriff ihr Leben verloren, auch gebe es 28 Verletzte. Der ukrainische Generalstab in Kiew bestätigte den Angriff.

Ölraffinerie brennt
Infolge der Attacken ist den Angaben nach auch ein Feuer in der Rjasaner Ölraffinerie ausgebrochen. In der Stadt sei „Ölregen" niedergegangen. In den örtlichen öffentlichen Gruppen war zu lesen, wie sich die Stadtbewohner über klebrige schwarze Flecken auf Autos, Fenstern und Häuserfassaden beschwerten.

Bereits in der Vergangenheit hatten ukrainische Drohnen mehrfach die Raffinerie, die zu den größten Russlands zählt, getroffen. Todesopfer hatte es bislang dabei aber noch keine gegeben. Insgesamt wurden laut dem russischen Verteidigungsministerium in der Nacht 355 ukrainische Drohnen vom Himmel geholt.

Seit September 2023 lebt Kneissl nun in Russland – in einem kleinen Dorf in der Region Rjasan. In der Stadt Rjasan geht die frühere Diplomatin diversen Lehraufträgen nach. So schrieb die Ex-Außenministerin vor zwei Wochen auf Telegram: „Es war ein zweitägiges, ergebnisreiches Seminar mit einer Gruppe von Erstsemesterstudenten der Staatlichen Universität Rjasan. Innerhalb von 24 Stunden schafften sie es, die wesentlichen Punkte der aktuellen Situation auf dem Ölmarkt zu erfassen.“ Der „Planet Russland“ sei „riesig“, meinte sie weiter. „Und aus verschiedenen Gründen schätze ich es, neben meinen Vorlesungen in St. Petersburg und Moskau an regionalen Universitäten zu unterrichten“, so die Ex-Politikerin.

Im Rahmen einer Übungseinheit sei sogar ein OPEC+-Ministertreffen simuliert worden:

Wieder zu Hause in der Region Rjasan angekommen, hofft die ehemalige Ministerin laut ihrer Nachricht auf weitere solche „lohnende“ Seminare an der Universität. In einer Stadt, die Kiew regelmäßig ins Visier nimmt.

Im Dienst der russischen Propaganda
Kneissl war von 2017 bis zum Ibiza-Skandal 2019 Österreichs von der FPÖ nominierte Außenministerin. Kritiker sehen sie ganz im Dienst der russischen Propaganda stehen. Nicht nur hatte sie Russlands Präsident Wladimir Putin 2018 zu ihrer Hochzeit in die Steiermark eingeladen, sondern ihn auch mehrmals persönlich getroffen. „Im September 2020 verließ Karin Kneissl aufgrund anhaltender Morddrohungen und eines faktischen Arbeitsverbots in Österreich unfreiwillig ihr Heimatland“, heißt es auf ihrer offiziellen Homepage. Sie übersiedelte zunächst nach Frankreich, dann in den Libanon und schließlich nach Russland. Dort leitet sie heute den Thinktank „Gorki-Zentrum“.

Auch nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs fiel Kneissl mit russlandfreundlichen Aussagen auf und lässt sich dafür hervorragend bezahlen. Laut Untersuchungen des russischen Exilmediums „Novaya Gazeta Europe“ in Kooperation mit dem „Standard“ sowie Angaben des Investigativmediums „The Insider“ übersteigen Kneissls Einkünfte in Russland sogar ihr Ministergehalt in Österreich.

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