Sorge nach Angriffen

Iran-Krieg: Bekommt Israels Abwehrschirm Löcher?

Ausland
23.03.2026 20:00

Israel hat mit Unterstützung der USA Milliarden Dollar in seine Luftabwehr investiert. Am Wochenende durchdrangen zwei iranische Raketen aber den Schutzschirm und schlugen im Süden Israels ein. Der verheerende Angriff – der auf eine Atomanlage abzielte – wirft Fragen auf.

Die Zerstörungen durch die direkten Einschläge in den Städten Arad und Dimona in der Negev-Wüste seien „katastrophal“, erklärte der israelische Militärsprecher Nadav Shoshani. 180 Menschen wurden laut Behördenangaben bei den Raketenangriffen Samstagnacht verletzt, mindestens zehn davon schwer.

Angriff galt Atomanlage
Die Angriffe hätten dem Kernforschungszentrum Negev gegolten, erklärten iranische Staatsmedien. Die Anlage liegt zehn Kilometer von Dimona sowie 30 Kilometer von Arad entfernt und dient offiziell zivilen Zwecken. Ein offenes Geheimnis ist, dass Israel dort auch seine Atomwaffen entwickelt hat.

Auf die Frage von Reportern, ob es Sorge um die Sicherheit des Atomreaktors gebe, sagte der Militärsprecher: „Kein Kommentar“. Auch zur Frage, warum die iranischen Raketen nicht von der Luftabwehr gestoppt werden konnten, wollte er sich nicht äußern.

Auswirkungen eines iranischen Raketenangriffs auf die Stadt Arad im Süden Israels
Auswirkungen eines iranischen Raketenangriffs auf die Stadt Arad im Süden Israels(Bild: AP/Ohad Zwigenberg)

Vier von 400 Raketen kamen bisher durch
In Israel ist man aber jedenfalls schockiert darüber, dass die Raketenabwehr hier versagte. „Ich habe viele Fragen dazu bekommen, ob die Iraner eine spezielle Rakete abgefeuert haben, die man angeblich nicht stoppen könne, oder Ähnliches“, so IDF-Sprecher Shoshani. Es seien keine neuartigen Raketen gewesen, bekräftigte er. Man kenne diesen Typ und habe ihn zuvor schon erfolgreich abgewehrt. Seit Kriegsbeginn am 28. Februar habe der Iran etwa 400 Raketen Richtung Israel abgefeuert und nur vier habe man nicht vom Himmel holen können, ergänzte er.

„Operativer Fehler“
„Dimona wird durch mehrschichtige Verteidigungssysteme geschützt – israelische und amerikanische“, wird Ran Kochav, Brigadegeneral und ehemaliger Kommandeur der israelischen Luft- und Raketenabwehrkräfte, von der „New York Times“ zitiert. „Aber nichts ist perfekt. Es gab einen operativen Fehler“, so Kochav.

Warum genau die abgefeuerten Abwehrraketen ihre Ziele nicht trafen, ist jetzt Ziel von Untersuchungen. Unterdessen gibt es Befürchtungen, dass das Militär seine modernsten und teuersten Raketen zurückhalten könnte. Denn schon durch den sogenannten Zwölftagekrieg im Juni 2025 gegen den Iran waren die Arsenale empfindlich geschrumpft. Die Sorge, dass der Abwehrschirm Löcher bekommt, wächst weiter, je länger der Krieg dauert. Man sei auf „halbem Weg“, erklärte der israelische Militärchef Ejal Zamir am Samstag, nach drei Wochen Krieg.

Das Abwehrsystem „Iron Dome“ im Einsatz über Tel Aviv Anfang März
Das Abwehrsystem „Iron Dome“ im Einsatz über Tel Aviv Anfang März(Bild: AFP/AHMAD GHARABLI)

„Manchmal funktioniert das“
Um seine Handlungsmöglichkeiten zu erweitern und seine Ressourcen optimal zu nutzen, arbeitet Israel laut „New York Times“ jetzt daran, den Einsatzbereich und die Reichweite seiner kostengünstigeren und leichter verfügbaren Abfangsysteme zu vergrößern. Namentlich sollen die Fähigkeiten der Systeme „Iron Dome“ (Eiserne Kuppel) und „David‘s Sling“ (Schleuder Davids) erweitert werden, erklärt General Kochav. „Manchmal funktioniert das“.

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