Andere Kriegsziele?

USA sehen Iran ausgeschaltet, Israel widerspricht

Außenpolitik
22.03.2026 08:28
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Angaben der Waffenbrüder Israel und USA zum Krieg im Iran sind oft widersprüchlich und passen nicht zum tatsächlichen Geschehen. So sprach US-Präsident Donald Trump beispielsweise davon, die Angriffe zurückzufahren, während der israelische Militärchef Eyal Zamir meinte, man sei gerade erst „auf halbem Weg“.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz kündigte am Samstag gar eine weitere Verschärfung der Angriffe Israels und der USA an. „Wir werden nicht aufhören, bis alle Kriegsziele erreicht sind“, sagte er. Regierungschef Benjamin Netanyahu meinte wiederum, dass der Krieg „viel schneller enden wird, als die Leute denken“. Trump hatte vor wenigen Tagen auf seiner Plattform Truth Social gepostet, dass es keine weiteren Angriffe von Israel auf ein wichtiges Gasfeld im Iran geben werde. Die Vereinigten Staaten hätten von der Attacke auch gar nichts gewusst. Es war das erste Mal, dass der Republikaner den Verbündeten im Krieg in der Öffentlichkeit zurechtwies.

Kritikerinnen und Kritiker hatten Trump zuvor vorgeworfen, sehr wohl in Israels Pläne eingeweiht gewesen zu sein. Israels Regierung teilte nach dem Posting jedenfalls mit, dass man weiter an einem Strang ziehe. Netanyahu bekräftigte, dass Israel gegen die Gasförderanlage alleine gehandelt habe. Berichte von Beamtinnen und Beamten sowie US-Medienberichte legen nahe, dass der Angriff sehr wohl koordiniert war.

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Der Krieg wird viel schneller enden, als die Leute denken.

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu

Weniger Angriffe, aber mehr Soldaten?
Ein weiteres Beispiel dafür, dass die Angaben oft nicht zum tatsächlichen Geschehen passen, ist die Entsendung Tausender weiterer US-Streitkräfte in die Region. Schließlich hatte Trump gesagt, die Angriffe zurückzufahren, und dass die Kriegsziele bald erreicht seien. Drei Wochen Krieg hätten den iranischen Machtapparat zwar geschwächt, man sei aber gerade erst „auf halbem Weg“, sagte wiederum Israels Militärchef Eyal Zamir.

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Trump wäre bereit, sich mit einem Wechsel der Führungsriege zufriedenzugeben, selbst  wenn es sich um Ayatollahs handelt.

Zeitung Israel Hajom

Hier stellt sich die Frage, ob die Kriegsziele der beiden Verbündeten nicht auseinandergehen. US-Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard sagte, dass Trump den Fokus darauf lege, die Produktionskapazitäten für ballistische Raketen und die iranische Marine auszuschalten. Er wolle Irans Bestrebungen vereiteln, eine globale Energiekrise herbeizuführen, schrieb die Zeitung Israel Hajom in Bezug auf den US-Präsidenten. Laut Gabbard konzentriert sich die israelische Regierung hingegen mehr darauf, die iranische Führung auszuschalten. „Er (Trump, Anm.) wäre bereit, sich mit einem Wechsel der Führungsriege zufriedenzugeben, selbst wenn es sich um Ayatollahs handelt“, kommentierte die Zeitung mit Blick auf den Verbündeten.

„Wir wollen mehr oder weniger dasselbe“
„Wir wollen mehr oder weniger dasselbe“, formulierte es Trump selbst. Zunächst bediente der Politiker auch das Motiv vom Regimewechsel, indem er die iranische Bevölkerung aufrief, die Führung des Landes in die Hand zu nehmen, sprich die autoritäre Regierung zu stürzen. Anschließend rückte er aber zunehmend den militärischen Aspekt in den Vordergrund, wie das Waffenarsenal des Irans vernichten zu wollen und dem Land keine atomare Bewaffnung zu gestatten.

Nach offiziellen Zahlen sind seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar mehr als 1500 Menschen getötet worden. Darunter sind mehr als 200 Kinder und Minderjährige.

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