Absturz in Tirol

„Nicht alle SPÖ-Wähler sind Sozialhilfeempfänger“

Innenpolitik
19.03.2026 17:00

Die Spritpreise steigen, die Stimmung im Land ist gedrückt, und in Tirol bahnt sich ein heißer Wahlkampf an – Österreich steht vor Herausforderungen auf mehreren Ebenen. Im krone.tv-Talk analysiert Polit-Kenner und Meinungsforscher vom IFDD Christoph Haselmayer, wie die Menschen die Politik aktuell wahrnehmen, wie der ORF-Rücktritt eingeschätzt wird und welche Kräfte bei den kommenden Landtagswahlen in Tirol das Rennen machen.

Die Regierung hat sich auf eine Spritpreisbremse geeinigt – zehn Cent Ersparnis pro Liter soll sie bringen. Für viele Autofahrerinnen und Autofahrer ein Tropfen auf den heißen Stein. Meinungsforscher Christoph Haselmayer warnt im krone.tv-Talk: „Jeder Euro ist eine Erleichterung, aber am Ende spürt man davon kaum etwas.“ Gerade in ländlichen Regionen sind die Menschen aufs Auto angewiesen – und die hohen Spritpreise wirken wie ein psychologischer Schlag. „Die Menschen fühlen sich dadurch arm, egal ob sie ein niedriges oder hohes Einkommen haben. Für viele ist das tägliche Tanken ein spürbarer Einschnitt, der das Gefühl von Unsicherheit und Belastung verstärkt.“

Die Stimmung im Land ist gedrückt: Nur 17 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sind optimistisch, der Rest pessimistisch. Inflation, steigende Preise und internationale Krisen sorgen für Unruhe – und viele trauen der Politik nicht mehr zu, ihre Probleme zu lösen. Haselmayer erklärt, dass die Bürgerinnen und Bürger schlichtweg skeptisch sind, ob die Regierung die aktuellen Herausforderungen meistern kann.

Polit-Kenner und Meinungsforscher vom Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD), Christoph ...
Polit-Kenner und Meinungsforscher vom Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD), Christoph Haselmayer(Bild: krone.tv )

Tirol: ÖVP und FPÖ mit Kopf-an-Kopf-Rennen
In Tirol läuft unterdessen langsam der Wahlkampf für die im kommenden Jahr anstehende Landtagswahl an. Laut Umfrage liegt die ÖVP bei 32 Prozent, die FPÖ mit Spitzenkandidat Markus Abwerzger bei 28 Prozent – ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die SPÖ stürzt dramatisch von 17,5 auf nur noch 9 Prozent ab. Viele Wähler sind unzufrieden mit internen Streitigkeiten und dem Ausschluss von Lokalstar Donauer. Haselmayer betont: „Nicht alle SPÖ-Wähler sind Sozialhilfeempfänger.“ Viele auf dem Land haben Jahrzehnte gearbeitet und ihre Häuser aufgebaut, fühlen sich von der Bundes-SPÖ aber im Stich gelassen, so der Polit-Kenner. Für die FPÖ läuft der Erfolgszug weiter, die Partei profitiert vom Rückenwind der Bundespolitik. Auch die ÖVP hält sich stabil, verliert nur leicht, könnte aber bei einer Zweierkoalition mit der FPÖ die Regierung bilden.

ORF: „Am Ende bleibt Chaos“
Auch der Rücktritt des ORF-Generaldirektors Ronald Weissman war Thema im krone.tv-Talk. Haselmayer beschreibt die Situation als „Sittenbild“ des ORF: Während die Zentrale am Küniglberg als Desaster wahrgenommen wird, punkten die Landesstudios – von Vorarlberg bis Kärnten – mit greifbarer Identität und positiver Wahrnehmung. Auch juristische Auseinandersetzungen im Stiftungsrat und parteipolitische Verstrickungen sorgen für Unsicherheit. Haselmayer: „Am Ende bleibt Chaos – Gerichte werden die nächsten Monate oder Jahre beschäftigt sein.“

Auf die Frage, ob die nächste ORF-Generaldirektorin eine Frau sein sollte, sagt Haselmayer: „Privat betrachtet ist es mir egal, ob die Person männlich, weiblich oder divers ist. Wichtig ist für mich, dass sie kompetent ist, Ruhe in den ORF bringt, nach innen wirkt und sich bei den Hauptabteilungsleitern und anderen Schlüsselpositionen durchsetzen kann.“

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