„Hatten keine Affäre“

Causa Weißmann: Nun spricht die ORF-Kronzeugin

Medien
17.03.2026 18:06
Porträt von krone.at
Porträt von Anja Richter
Von krone.at und Anja Richter

In der Causa um Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hat sich am Dienstagabend das mutmaßliche Belästigungsopfer über die sie vertretende Kanzlei an die Öffentlichkeit gewandt. Der frühere Rundfunkchef zeigt sich wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfen der Mitarbeiterin kämpferisch – er lässt Strafanzeige einbringen.

Sie habe die „Affäre Weißmann wirkungsvoll und diskret zu lösen“ versucht, so die Frau, die weiterhin anonym bleiben möchte, doch sie sei „diskreditiert und diffamiert“ worden, und es sei ihr unterstellt worden, die Vorgangsweise „gar als Werkzeug einer Männer-Intrige gewählt zu haben“, heißt es in der Medienmitteilung. Da die Aufarbeitung der Causa wohl Wochen in Anspruch nehmen werde, habe sie sich nun dazu entschlossen, der Öffentlichkeit selbst „ein klares Bild des Geschehenen“ zu geben.

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Dass ich nie sexuellen Kontakt mit ihm wollte und nie eine intime Beziehung zu ihm hatte, wurde mir letztendlich zum Verhängnis.

Das mutmaßliche Belästigungsopfer

Sie wolle ausdrücklich festhalten, dass sie „nie eine Affäre“ mit dem Ex-Rundfunkgeneral gehabt habe und es auch „zu keinem Zeitpunkt zu einem intimen physischen Kontakt zwischen uns kam“. Im Gegenteil: „Die Tatsache, dass ich nie sexuellen Kontakt mit ihm wollte und nie eine intime Beziehung zu ihm hatte, wurde mir letztendlich zum Verhängnis.“ Die Androhung gerichtlicher Schritte und strafrechtlicher Konsequenzen empfinde sie „als ein unangenehm durchsichtiges Ablenkungsmanöver“. 

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Wir werden den Sachverhalt anzeigen und ich gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnehmen wird. 

Weißmanns Anwalt Oliver Scherbaum

Strafanzeige in Causa Weißmann
„Freiwillig ist da gar nichts erfolgt“, sagte zuvor Oliver Scherbaum, der Anwalt von Weißmann, angesprochen auf dessen unerwarteten Rücktritt am 8. März. Nach Prüfung durch Benko-Anwalt Norbert Wess steht fest: Weißmann lässt im Wege seiner Rechtsvertreter eine Strafanzeige gegen mehrere involvierte Personen einbringen. Namen werden (noch) nicht genannt.

„Wir werden den Sachverhalt anzeigen und ich gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnehmen wird“, ist Scherbaum überzeugt, dass die brisante Causa strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen wird.

Jahrelange Rechtsstreitigkeiten möglich
Vielleicht mündet das ORF-Drama sogar in einem Reigen an Gerichtsverfahren. Denn neben der strafrechtlichen Schiene ist damit zu rechnen, dass Weißmann im Wiener Justizpalast auch zivilrechtlich gegen seine Kontrahenten in den Ring steigen wird. Und nicht zuletzt auch arbeitsrechtlich, um mögliche Ansprüche aus seinem Vertrag geltend zu machen.

Klingt nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk noch weiter ins Chaos stürzen dürften.

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