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ORF-Geheimberichte bergen viel Sprengstoff

Innenpolitik
01.05.2026 18:14

Großes Sprengpotenzial haben die Geheimberichte zu den vielen Skandalen im ORF. Der Stiftungsrat hatte in seiner letzten Sitzung die Öffnung von vier unter Verschluss gehaltenen Dokumenten verlangt und diese Woche Einsicht erhalten. Jetzt drohen rechtliche Konsequenzen.

Vier Geheimberichte wurden für den Stiftungsrat geöffnet, allen voran jener zu den Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen den zurückgetretenen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann. Einblick erhalten haben die Stiftungsräte auch in den skandalösen Luxuspensionsvertrag von Pius Strobl.

Der frühere Grünen-Politiker hat mit Weißmanns Vorgänger Alexander Wrabetz einen Pensionsvertrag vereinbart, für den der ORF 2,4 Millionen Euro an Rückstellungen bilden musste. Weißmann hat sich geweigert, diesen Vertrag zu erfüllen.

Pius Strobl ist eine zentrale Figur rund um die Affären am Küniglberg.
Pius Strobl ist eine zentrale Figur rund um die Affären am Küniglberg.(Bild: Martin A. Jöchl)

Der von der FPÖ entsandte Stiftungsrat Peter Westenthaler darf zwar aus rechtlichen Gründen keine Details aus dem Vertrag öffentlich machen, er kann aber Schlussfolgerungen ziehen und sieht im Fall Strobl den Verdacht auf Untreue und Bilanzfälschung.

Verdacht der Untreue und Bilanzfälschung
Interimsgeneraldirektorin Ingrid Thurnher müsste Anzeige erstatten, sonst mache sie sich selber strafbar, so Westenthaler im Gespräch mit der „Krone“. Und es müsste eigentlich die Staatsanwaltschaft von Amts wegen tätig werden.

Westenthaler fordert Konsequenzen.
Westenthaler fordert Konsequenzen.(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

Der dritte Bericht betrifft den früheren ORF-NÖ-Landesdirektor Robert Ziegler, der 2023 nach Vorwürfen aus der Redaktion rund um ÖVP-freundliche Berichterstattung sowie Herabsetzung, Demütigung und Bloßstellung von Redakteuren seinen Posten räumen musste.

Der vierte Fall ist ORF-3-Chef Peter Stöber. Auch er ist mit Vorwürfen zu seinem Führungsstil konfrontiert. Einmal mehr geht es um toxisches Führungsverhalten, Mobbing und redaktionelle Einflussnahme.

„Das Bild ist verheerend“
Für die Compliance-Berichte wurden laut Westentahler jeweils 60 Mitarbeiter befragt und „das Bild ist verheerend. Hier gibt es nicht nur den Anschein unangemessenen Verhaltens, sondern das unangemessene Verhalten ist objektiviert.“ Wenn Weißmann wegen des Anscheins des unangemessenen Verhaltens von Thurnher gekündigt wurde, müssten jetzt weitere Kündigungen folgen, so Westenthaler.

Es brauche so rasch wie möglich Konsequenzen, verlangt er. „Frau Thurnher ist gefordert, nicht bis zum Sommer zu warten, sondern sofort zu handeln.“ Gelesen hat Westenthaler die Berichte streng geheim in einem Kammerl unter Aufsicht. Sogar sein Handy musste er abgeben.

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