Crew unter Beschuss

Neue Zweifel am Schicksal von Wal „Timmy“

Ausland
04.05.2026 08:24
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach Tagen voller widersprüchlicher Angaben, Vorwürfe und offener Fragen kehrt der umstrittene Wal-Transport rund um den Bullen „Timmy“ nun Schritt für Schritt in die Häfen zurück – doch was genau bei seiner Freisetzung in der Nordsee passiert ist, bleibt weiterhin im Dunkeln.

Ob dieser Einsatz am Ende tatsächlich eine Rettung war oder ein riskantes Experiment, ist nun Gegenstand heftiger Diskussionen.

Rückkehr der „Fortuna B“ nach Cuxhaven
Eines der beteiligten Schiffe, der Schlepper „Fortuna B“, lief am Sonntagabend in Cuxhaven ein und machte kurz vor Mitternacht im Hafen fest. Die Polizei war vor Ort, wie ein dpa-Reporter berichtete. Der Wal war am Samstag etwa 70 Kilometer vor Skagen, der nördlichsten Stadt Dänemarks, ins Meer entlassen worden.

Angaben zum Zustand des Tieres unmittelbar nach der Freisetzung sowie zum genauen Ablauf fehlen bislang vollständig. Auch öffentlich zugängliche Bilder oder Videos liegen nicht vor. Das zweite Schiff des Konvois, die „Robin Hood“, befand sich am späten Sonntagabend noch vor der Westküste Dänemarks.

Die Infografik stellt die Rettungsaktion eines Buckelwals dar, der von der Wismarbucht in Deutschland in die Nordsee transportiert wurde. Ein Teil zeigt das Tier in einem speziellen, mit Wasser gefüllten Lastkahn, der etwa 50 Meter lang ist. Der Wal war 12 Meter lang und wurde mit einem Schiff zur Nordsee gebracht. Eine Karte zeigt den Transportweg durch Dänemark, wobei der Wal am 2. Mai freigelassen wurde. Quelle: APA.

Unklare Freisetzung und widersprüchliche Darstellungen
Zur Art der Freisetzung gehen die Darstellungen auseinander. Während einzelne Beteiligte der Initiative den Ablauf kritisch sehen und von grobem Vorgehen sprechen, betont die Bereederungsgesellschaft der „Robin Hood“, die Aktion sei erfolgreich und abgestimmt erfolgt gewesen.

Streit um Ablauf an Bord der „Fortuna B“
Auch im Rettungsteam selbst verschärfen sich die Vorwürfe. Die Tierärztin Kirsten Tönnies schilderte laut „Focus Online“ eine belastende Situation während des Einsatzes. Sie habe sich isoliert gefühlt, Gespräche seien verweigert worden, zudem sei ihr mit Arrest an Bord gedroht worden, wie sie berichtet.

Zudem beschreibt sie eine veränderte Stimmung an Bord sowie eine umstrittene Aussage über „Mistviech Timmy“, die im Umfeld des Einsatzes gefallen sein soll. Auch über den konkreten Ablauf der Freisetzung äußert sie Kritik, betont jedoch, selbst nicht unmittelbar dabei gewesen zu sein.

Rückkehr der Schiffe und neue Fragen
Die „Fortuna B“ kehrte später unter Begleitung der Wasserschutzpolizei in den Hafen zurück. Zwischenzeitlich hatte das Schiff mehrfach seinen Kurs geändert und war zeitweise auf Tracking-Portalen nicht mehr eindeutig zu lokalisieren. Teile eines Hafens wurden abgesperrt, der Grund dafür ist bislang nicht bekannt.

Auch das zweite beteiligte Schiff, die „Arne Tiselius“, ist inzwischen wieder an Land. Es erreichte laut einem Bericht der „Bild“ den Hafen in Sassnitz in Mecklenburg-Vorpommern.

Offene Frage: Überlebt Wal „Timmy“?
Der Gesundheitszustand des Tieres bleibt unklar. Fachleute wie der Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack gehen weiterhin davon aus, dass „Timmy“ stark geschwächt war und ist. Die wiederholte Strandung gilt als mögliches Indiz für eine Erkrankung oder schwere Beeinträchtigung.

Auch die technische Überwachung sorgt für Streit: Während aus dem Umfeld der Initiative teils von umfassender Datenerfassung gesprochen wird, stellt Maack klar, dass GPS-Tracker keine Vitaldaten übermitteln und Standortdaten nur unter bestimmten Bedingungen liefern.

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