Schlossmuseum Linz

Dietmar Brehm: Kosmos aus Knochen, Köpfen, Zahlen

Oberösterreich
18.03.2026 15:30

„Keine Retrospektive!“, betont Dietmar Brehm. Im Linzer Schlossmuseum widmet man dem Linzer Künstler, der als Vertreter einer Underground-Avantgarde eine starke Alleinstellung in der österreichischen Gegenwartsmalerei bezogen hat, eine große Personale: Bilder, die ungebrochen topaktuell sind!

„Die Ausstellung ist ein Destillat, für mich ein guter Durchblick, eine Anregung zum Weiterdenken“, sagt Dietmar Brehm (79) im „Krone“-Talk.

Unter der Klammer „Punkt und Echo“ präsentiert der Maler im Linzer Schlossmuseum 99 Gemälde, die in den letzten fünf Jahren entstanden sind – mit Ausnahmen: So ist etwa die 25-teilige Serie „Death Trip“ aus 2008 zu sehen, eine Leihgabe des Linzer Lentos.

Die Wahrnehmung zwischen Selbst- und Fremdbild
Dietmar Brehm, langjähriger Professor der Linzer Kunstuni, zählt als Maler und Filmemacher zu den prägnantesten Künstlern der österreichischen Gegenwartskunst. Sein Werk wurde vor sechs Jahren mit dem Alfred-Kubin-Preis gewürdigt.

(Bild: Markus Wenzel)

Er arbeitet seit den 1960er-Jahren daran, unsere Wahrnehmung in eine Falle zu locken, sie zu irritieren, zu zerschneiden und wieder neu zusammenzusetzen. Er entwickelte dafür mittels „Icons“ eine besondere Bildsprache, die für eine Generation des Proto-Punks stehen könnte. Brehm war und ist bis heute nach eigener Aussage auch von der Musik und vom Lebensgefühl von ikonischen Bands wie Velvet Underground oder The Stooges beeinflusst worden.

Große Themen in eigenen Kürzeln
Brehm überträgt Autobiografisches, aber auch Alltagsbeobachtungen und signifikante Ausdrucksformen unserer Zeit in eine zeichenhafte Symbolik. Immer wieder nimmt er große Themen des Menschen durch, bleibt in der Annäherung aber aktionistisch, denn es geht um Vergänglichkeit, Verletzung, Unendlichkeit, Sinnlosigkeit, Langeweile.

Eintauchen in einen top-aktuellen Kosmos
Sein „Vokabular“ kreist um Köpfe, Totenköpfe, Buchstaben, Ziffern, Zähne, Haare, Hüte, Kerzen, Dynamit und mehr. Der Naturaspekt kommt unter dem Stichwort „Schwarzensee“ dazu. Er kombiniert die Icons zu Bildtafeln, die zwar vordergründig plakativ erscheinen, aber intensiv malerisch durchgearbeitet sind.

Telefonläuten und Flimmern
Ein Rundgang durch die Ausstellung ist vielschichtig, mitreißend. Man kann über umfangreiche Serien und farbkräftige, große Formate sehr direkt und pur in den Bilder-Kosmos des außergewöhnlichen Künstlers eintauchen.

Auch ein kleines Kino hat man eingerichtet; hier flimmern die Experimentalfilme aus einer Zeit, als es nur Zelluloid gab. Da hört man auch immer wieder einen Klingelton, der aus der Vergangenheit zu kommen scheint. „Das Telefon läutet in meinen Filmen seit 1974“, kommentiert es Brehm. „Aber es war immer so konzipiert, dass nie jemand abhebt!“

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