Ein Wiener wird plötzlich selbst zum „Verdächtigen“ einer angeblichen Polizei-Ermittlung. Hinter dem Anruf steckt jedoch keine echte Behörde, sondern eine dreiste Masche.
Daniel M. (45) aus Wien (Name von der Redaktion geändert) wartete im Homeoffice gerade auf einen wichtigen Anruf, als plötzlich das Telefon klingelte – unterdrückte Nummer. „Ich bin rangegangen, ohne groß nachzudenken“, erzählt der Wiener. Am anderen Ende: kein Mensch, sondern ein englischsprachiges Tonband. Die Botschaft: „Das Federal Austrian Police Department (dt.: Bundespolizei Österreich) spricht!“
Kurz darauf meldet sich ein Mann mit starkem Akzent. Er gibt sich als österreichischer Polizist aus, nennt sogar eine Dienstnummer. Die Story: Daniel sei als Tatverdächtiger in einen Kriminalfall verwickelt. Schnell kommen für den 45-Jährigen Zweifel auf: „Ich habe gefragt, warum wir auf Englisch sprechen, wenn er ein österreichischer Beamter ist“, so der Betroffene. Zumal Amtssprache Deutsch sei. Die Antwort des Anrufers: Es sei „verboten“, Deutsch zu sprechen – das Gespräch werde aus ermittlungstaktischen Gründen international aufgezeichnet.
Spätestens da schrillen beim 45-Jährigen die Alarmglocken. Daniel hakt nach, stellt kritische Fragen, doch plötzlich ist Schluss: Der angebliche Beamte legt auf. Was steckt dahinter?
Erpressung oder Betrug
Die „Krone“ hat beim Bundeskriminalamt nachgefragt, was es mit der fragwürdigen Masche auf sich hat: „So etwas Ähnliches hat es bereits vor vier oder fünf Jahren gegeben. Über Interpol konnten wir eine Zentrale in Indien ausfindig machen und diese Masche praktisch komplett stoppen. Es könnte sich in diesem Fall um Erpressung oder Betrug handeln“, warnen die Ermittler.
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