In Südostanatolien feiern die Fußball-Fans wohl heute noch – denn in der 1,7-Millionen-Einwohner-Metropole Diyarbakir wurde ein Sport-Märchen wahr: Mit dem Amed SK stieg erstmals ein kurdischer Verein ins türkische Oberhaus auf! Einer der großen Helden: der Ex-Wattener Cem Üstündag.
„Ein Wahnsinn, was da abging!“ Schätzungen zufolge sollen Anfang Mai an die 600.000 Menschen auf den Straßen der Millionen-Metropole Diyarbakir getanzt, gesungen und getrunken haben. Denn erstmals wird in der kommenden Süper-Lig-Saison ein kurdischer Verein ganz oben spielen – Amed SK. Mittendrin ein Zillertaler!
Risiko in Kauf genommen
„So überraschend der Wechsel im Winter von Kasimpasa zu Amed auch war, so richtig war er.“ Der Schritt zurück war von Cem Üstündag wohlüberlegt. In Kasimpasa hätte sich der Ex-Wattener hinten anstellen müssen – denn an einem Star wie Kerem Demirbay (früher Leverkusen und Hoffenheim), der erst im Jänner verpflichtet wurde, wäre der 25-Jährige kaum vorbei gekommen. „Der Klub wollte mich trotzdem halten – aber ich wollte spielen. Das ,Risiko’ mit Amed hab ich daher gerne in Kauf genommen.“
Es ging am Ende zu hundert Prozent auf. „Ich kann sagen, dass ich noch stärker in die Süper-Lig zurückkehren werde.“ Am Rande: Sein Kurzzeit-Verein Kasimpasa (sechs Monate) rettete sich übrigens erst in der allerletzten Runde vor dem Abstieg.
Turbulentes Frühjahr
Die Rückrunde bei seinem neuen Arbeitgeber war alles andere als eine ruhige und runde Sache: „In drei Monaten habe ich schon drei Trainer bei Amed gehabt, der letzte wurde vor der letzten Runde entlassen. Und für die neue Saison wird auch ein Neuer kommen.“ Mit wem auch immer auch neue Spieler. Mit Mauro Icardi (früher Paris SG, Inter Mailand oder Galatasaray) soll bereits einer vor der großen Türe des 33.000 Zuschauer fassenden Stadions in Diyarbakir stehen.
Apropos: „Die Fans waren mit Sicherheit unser großes Plus. Nicht selten war die Arena ausverkauft!“ Und im Schnitt trieben 18.202 Anhänger (1,7 Millionen Follower auf Instagram) ihren Fußball-Stolz ins Oberhaus!
Für den Strasser, der am Sonntagabend in seiner Heimat eintraf, zwei bis drei Wochen Urlaub machen wird, steht ab Ende Juni (Start der Vorbereitung) eine aufregende Zeit an. „Da wird der Wahnsinn im Stadion weiter gehen.“ Und nicht unwahrscheinlich, dass sich der Zuschauerschnitt weiter nach oben schrauben wird.
Verändert hat sich ein wenig seine Spielweise: „Ich stand in zehn von 14 Spielen in der Startformation, hab eine Etappe weiter vorne gespielt. Eine Art Achter. Das taugt mir.“
WSG Tirol immer „am Schirm“
Seinen „alten“ Verein hat Üstündag auch in der Türkei nie aus den Augen verloren. „Ich hab’ jede Partie angeschaut. Stark, wie sie mit geringen Mitteln erneut die Liga hielten.“
Und man muss kein Prophet sein: Amed SK und die WSG Tirol wird trotz großer Distanz für 2026/27 eines verbinden – der Kampf um den Klassenerhalt.
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