Absurdes Österreich

Steirische Patienten zahlen mehr als Wiener

Steiermark Newsletter
17.03.2026 09:04

Österreich ist ein kleines Land, das es dennoch nicht schafft, dass alle Patienten überall gleich viel für ärztliche Leistungen zahlen müssen. Der Fall von Michael R. zeigt, wie absurd das System ist: Für die Entfernung eines Hauttumors erhielt er in Graz nur eine Pauschale von 64,10 Euro von der Kasse, in Wien wäre der Eingriff für ihn kostenlos gewesen. 

Die Österreicher als Vorsorgemuffel – dieses Bild wird ja oft und gerne gezeichnet. Da will ich aus der Reihe tanzen und gehe einmal im Jahr brav zum Hautarzt, um meine vielen Muttermale kontrollieren zu lassen. Im Vorjahr dann die überraschende Auskunft des Arztes: Nur die Kontrolle von einigen wenigen Muttermalen werde noch von der Kasse übernommen, für eine Ganzkörperuntersuchung seien 50 Euro fällig.

Die steirische ÖGK hat diese Änderung nicht im Alleingang vollzogen, auch in Tirol, Vorarlberg und Niederösterreich müssen Patienten seit Kurzem in die Tasche greifen. Ein Beispiel von vielen für den Fleckerlteppich in Österreichs Kassentarif-Landkarte.

Meine Kollegin Fanny Gasser berichtet in der heutigen „Krone“ über den Fall von Michael R. Er ist in Graz wohnhaft, aber berufsbedingt bei der Wiener ÖGK versichert. Im Herbst des Vorjahres ließ er sich auf Anraten einen Hauttumor bei einem Grazer Dermatologen entfernen. In der Steiermark wurde ihm diese Leistung nicht zur Gänze von der Kasse erstattet, in Wien wäre das sehr wohl der Fall gewesen. Und das, obwohl die Länder-Gebietskrankenkassen schon vor mehr als fünf Jahren zur großen ÖGK verschmolzen sind. 

Das löst Kopfschütteln aus. Auch der steirische Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl kritisiert immer wieder, dass Kassen-Patienten je nach dem Bundesland unterschiedliche Leistungen erhalten. „Egal, wo jemand lebt, die Versorgung darf keinen Unterschied machen!“, so sein Mantra. An einem österreichweit einheitlichen Leistungskatalog wird seit Längerem gearbeitet. Es wäre ein längst fälliger Meilenstein, doch als gelernter Österreicher darf man bezweifeln, dass er jemals realisiert wird. 

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Dienstag!

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