Europameister Spanien darf weiter vom zweiten WM-Titel träumen. Am Freitag zog Österreichs Sechzehntelfinalbezwinger in Los Angeles mit einem 2:1 über Belgien ins Halbfinale ein und bekommt es dort am Dienstag mit Frankreich zu tun.
Fabian Ruiz (30.) und Mikel Merino (88.), der bereits im Achtelfinale gegen Portugal der späte Matchwinner war, trafen für die „Roja“, die trotz klarer Dominanz viel Arbeit hatte. Belgien durfte trotz personeller Rückschläge dank Charles De Ketelaere (41.) lange hoffen.
Bei den bisher makellosen Spaniern kam im Mittelfeld überraschend Ruiz für Pedri, ansonsten verzichtete Coach Luis de la Fuente auf Umstellungen. Belgiens Team musste nach dem Kreuzbandriss von Amadou Onana, der im Mittelfeld durch Kevin De Bruyne vertreten wurde, auch auf Youri Tielemans verzichten. Der Kapitän verletzte sich beim Aufwärmen und verhalf so Hans Vanaken zum Startelfeinsatz. Zudem kam Jeremy Doku für Dodi Lukebakio.
Spanien dominierte vor 70.492 Zuschauern – ob in schaumgebremster Weise wie zu Beginn oder deutlich entfesselter wie nach der ersten Trinkpause. Belgien brachte lange keine nennenswerten Offensivaktionen zustande, mühte sich aber immerhin um variable Defensive und Disziplin. Gegen die ansteigende Spielfreude der Spanier reichte das nach einer halben Stunde aber nicht mehr. Einen Abschluss Dani Olmos konnte Thibaut Courtois noch parieren, den Abpraller verwertete aber Ruiz.
Tormannwechsel leitet Belgiens Aus ein
Weitere Möglichkeiten ließen die Spanier verstreichen, Belgien hingegen zeigte Effizienz. Bei einem der seltenen Ausflüge in den spanischen Strafraum kam nach mehreren Stationen die Flanke auf De Ketelaere, der sich gegen Cubarsi durchsetzte und per Kopf den Ausgleich perfektmachte. Für Spanien-Goalie Unai Simon endete nach 649 Minuten seine Rekordserie ohne Gegentor bei einer Fußball-WM.

Der Pausenpfiff brachte keine Veränderungen, auch wenn die erste Möglichkeit bei einem De-Cuyper-Schuss ans Außennetz (55.) Belgien gehörte. Spanien kombinierte meist brotlos, Belgien lauerte auf Konter über den wendigen Doku. Zweimal griff Courtois gegen einen an diesem Abend glücklosen Yamal (58.) und Mikel Oyarzabal (62.) ein. Wenig später war aber Schluss für den 34-Jährigen, der mit einer Oberschenkelblessur für Senne Lammens Platz machen musste.
Der wurde nach einem 20-minütigen spanischen Powerplay ohne zwingende Chancen zur tragischen Figur. Einen flachen Weitschuss von Pau Cubarsi ließ der Manchester-United-Goalie schlecht prallen und machte so den Abstauber des kurz zuvor eingewechselten Merino möglich. Er hatte schon im Achtelfinale gegen Portugal in der 91. Minute die Entscheidung herbeigeführt. Damit sind die Spanier nun schon seit 37 Bewerbsspielen nach regulärer Spielzeit und Verlängerung ungeschlagen.
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