Das fragen sich Junge

„Steuern wir auf den dritten Weltkrieg zu?“

Kärnten
16.03.2026 16:00

Die Europäische Union hat mehrere Facetten. Eine davon rückt derzeit verstärkt in den Vordergrund: das Friedensprojekt. Das zeigte sich auch bei den Fragen von Kärntner Schülern an den EU-Experten Paul Schmidt und Landeshauptmann Peter Kaiser im Rahmen einer Veranstaltung.

Unter dem Motto „Europa ist die Lösung, nicht das Problem“ war im Spiegelsaal eigentlich eine Diskussion von Landeshauptmann Peter Kaiser, Paul Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik, und rund 80 Schülerinnen und Schülern zu europapolitischen Fragen angesetzt. Doch schon mit der ersten Schülerfrage wurde klar, welches Thema die Jungen am meisten beschäftigt.

Angst vor drittem Weltkrieg
Passend zum Krieg in der Ukraine und im Iran: „Steuern wir auf den dritten Weltkrieg zu?“ Und alle anwesenden Schüler der Klagenfurter HAK, des Europagymnasiums und des Slowenischen Gymnasiums warteten gebannt auf eine Antwort. Diese fiel nicht unbedingt beruhigend aus. „Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass diese Frage nie wieder gestellt werden muss. Aber in der Realität sieht es leider ganz anders aus“, erklärte Kaiser nachdenklich. „Die Gefahr ist groß, die Antwort darauf ist mehr Europa.“

Marc Germeshausen (links), Europahaus Klagenfurt, führte durch die Veranstaltung mit LH Peter ...
Marc Germeshausen (links), Europahaus Klagenfurt, führte durch die Veranstaltung mit LH Peter Kaiser (Mitte) und Paul Schmidt (rechts) im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung.(Bild: Felix Justich)

Denn alleine könnte Österreich in den Konflikten zwischen den großen Machtblöcken USA, China und Russland nicht bestehen. „Als Teil der EU treten wir mit 450 statt neun Millionen Menschen auf. Mit unseren Nachbarn wie Großbritannien sind wir fast 700 Millionen und damit ein Machtfaktor“, betonte Kaiser. „Mir wäre es auf der Welt wohler, wenn Europa eine echte Alternative zu den jetzigen Machtpolen bietet.“

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Europa wird für euch weiter an Bedeutung gewinnen. Versucht euch aktiv einzubringen. Das ist mein altes Motto: Mitmischen statt auslöffeln.

Landeshauptmann Peter Kaiser

Friedensprojekt als globale Alternative
Damit würde die EU wohl auch zu ihrer Grundidee zurückkehren. „Das Friedensprojekt Europa ist als Antwort auf die Weltkriege entstanden. Heute ist das leider aktueller denn ja“, erklärte Paul Schmidt. „Wir müssen alles tun, damit sich die Kriege nicht ausweiten.“ Mit Blick auf den UN-Sicherheitsrat, in dem gerade die zwei Kriegsmächte USA und Russland ein Vetorecht haben, meinte der EU-Experte: „Es ist absurd, dass da Deutschland und Frankreich sitzen und nicht die EU. Auch dort müssten wir mit einer Stimme sprechen.“

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In diesen Zeiten der Spannungen und Krisen müssen wir als Europäer lernen, uns für die eigenen Interessen einzusetzen – und zwar schnell.

Paul Schmidt, Experte für Europapolitik

Die Welt verharrt aber nicht in Angststarre vor den multiplen globalen Krisen, sucht nach konstruktiven Lösungen. „Seitdem die Bruchlinien mit den USA entstanden sind, werden immer mehr Handelsabkommen geschlossen“, so Schmidt, und Kaiser präzisierte: „Neben Mercosur gibt es das Abkommen mit Indien und bald könnte Indonesien folgen. Und weil Donald Trump Grönland haben will, hat Island die EU-Abstimmung sogar vorgezogen.“

Kooperation bei Katastrophen
Doch die europäische Idee wirkt nicht bloß auf der globalen Bühne. „Wir arbeiten eng mit unseren Nachbarn zusammen. Zum Beispiel Slowenien – früher hat es Konflikte gegeben, heute sind wir gleichwertig“, betonte der Landeshauptmann. „Eine besondere Herzensangelegenheit, auch von Daniel Fellner, ist die grenzüberschreitende Katastrophenhilfe. Ein Beispiel: Italienische Löschflugzeuge haben Wasser aus dem Weißensee geholt, um die Brände im slowenischen Karst zu löschen.“

Und so zeige sich die europäische Idee auf mehreren Ebenen. „Ob in der Gemeinde, der Region, dem Staat oder in der EU selbst – versucht euch da einzubringen“, regte Peter Kaiser abschließend an. Paul Schmidt stimmte voll zu: „Je mehr ihr euch selber einmischt, desto stärker wird das gemeinsame Europa.“

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