Wirbel in Wohnanlage

Netz-Falle: Hier leben Schwalben „hinter Gittern“

Niederösterreich
13.05.2026 04:59

Streng geschützte Schwalben sollen aus der Garage einer Wohnhausanlage in Rohrendorf (NÖ) verbannt werden. Doch die gefiederten Freunde sind hartnäckig – aber genau das brachte sie in Schwierigkeiten.

Sie scheinen sich hier pudelwohl zu fühlen: Die Garage einer Wohnhausanlage in Rohrendorf im Bezirk Krems ist seit Jahren begehrter Brutplatz für Schwalben. Doch wo die einen sich über die gefiederten Glücksbringer freuen, herrscht bei anderen dicke Luft – vor allem wegen der Hinterlassenschaften der Vögel.

Nach Beschwerden bei der Genossenschaft GEDESAG sollten nun Gitternetze endgültig für klare Verhältnisse sorgen und die Schwalben fernhalten. Doch da hat man die Rechnung ohne die Wachsamkeit von Naturschützern gemacht.

Streng geschützte Tiere
Denn Schwalben und ihre Nester sind streng geschützt. „Im Zuge unserer Arbeiten wurden von uns keinerlei Schwalbennester entfernt oder in den Kabeltrassen festgestellt. Andernfalls hätten wir selbstverständlich Rücksprache mit der Naturschutzbehörde gehalten“, versichert die Firma, die die Netze angebracht hat. Doch Bewohner und Tierschützer widersprechen vehement: Sie haben Beweis-Videos von umherflatternden Vögeln gedreht, Anzeige wurde bereits erstattet.

Die Hinterlassenschaften der Vögel ärgern manche Bewohner. Doch die Schwalben fanden einen Weg ...
Die Hinterlassenschaften der Vögel ärgern manche Bewohner. Doch die Schwalben fanden einen Weg hinter die Netze.(Bild: zVg)

Plötzlich in der Falle
Die Bezirkshauptmannschaft bestätigt, dass vor rund drei Wochen bereits ein Lokalaugenschein stattgefunden habe. Durch neue Hinweise sei jedoch eine neuerliche Überprüfung nötig. Denn: Den Vögeln ist es gelungen, ein Schlupfloch hinter die Netze zu finden. Die Freude darüber währte bei den Tierfreunden aber nur kurz: Die Lücke, durch die sie hineingeflogen sind, haben die Schwalben nicht mehr gefunden – sie saßen plötzlich in der Falle!

Polizisten als Vogel-Retter in der Not
Bei einer kurzfristig einberaumten Besichtigung mit Polizei und Behörde haben die Beamten die Kabelbinder an mehreren Stellen aufgezwickt, um den Vögeln zu helfen. Sehr zum Unverständnis der GEDESAG, die über diesen Schritt nämlich nicht informiert worden war. Die Hausverwaltung stellte daher erst zu Beginn der Woche fest, dass das Netz mit einem scharfen Gegenstand geöffnet worden war und es dadurch den Schwalben gelang, erneut Nester zu bauen.

Genossenschaft reagiert
Erst die „Krone“ konnte Aufklärung schaffen, weswegen die GEDESAG nun von einer ursprünglich angedachten Anzeige gegen unbekannte Täter absieht. Stattdessen kündigt man jetzt sogar Maßnahmen für die Vögel an. „Wir werden das Netz zusätzlich großzügig öffnen, um eine ungehinderte An- und Abflugmöglichkeit während der Brutzeit sicherzustellen“, betont Vorständin Doris Molnar. Danach soll die Garage aber „vogelfrei“ werden.

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