US-Präsident Donald Trump verleiht seiner Forderung nach einer Unterstützung durch seine europäischen Verbündeten in der Straße von Hormuz nun mehr Nachdruck und stellt die Zukunft der NATO infrage.
Trump meinte am Sonntag in einem Interview mit der „Financial Times“, dass die Verbündeten Minensuchboote entsenden sollten, von denen Europa viel mehr besitze als die USA. Außerdem wolle er „Leute, die einige böswillige Akteure an der (iranischen) Küste ausschalten“. „Es wäre nur fair, wenn die Nutznießer der Straße von Hormuz dabei hälfen, dass dort nichts Schlechtes passiert“, so der Republikaner, der gleichzeitig warnte, es stünde der NATO „eine sehr schlechte Zukunft bevor“, sollte die Hilfe für die USA ausbleiben. Der Präsident wurde nicht konkreter.
Wird EU-Mission im Roten Meer ausgeweitet?
Die Europäische Union will einem hochrangigen EU-Vertreter zufolge ihren Marine-Einsatz „Aspides“ im Nahen Osten zwar mit mehr Schiffen ausstatten, eine Ausweitung der Mission auf die derzeit blockierte Straße von Hormuz gilt jedoch als unwahrscheinlich. Bei einem Treffen der EU-Außenminister am Montag in Brüssel werde es darum gehen, weitere Mitgliedsstaaten zur Bereitstellung von mehr Kapazitäten zu bewegen, sagte der EU-Vertreter, der anonym bleiben wollte, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Jede Änderung des Mandats von „Aspides“ erfordert die einstimmige Zustimmung aller 27 EU-Mitgliedsstaaten. Die Mission wurde 2024 ins Leben gerufen, um Schiffe im Roten Meer vor Angriffen der Huthi-Rebellen aus dem Jemen zu schützen.

Trump bittet China auch um Hilfe
Trump erwägt, wie er der „Financial Times“ sagte, auch, sein für diesen Monat geplantes Gipfeltreffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu verschieben, um Peking dazu zu drängen, bei der Freigabe der Wasserstraße zu helfen. Aus Peking gibt es bisher keine Reaktion auf Trumps Äußerung, wonach neben den USA auch andere Staaten Kriegsschiffe entsenden könnten, um die Straße von Hormuz sicher und offenzuhalten. Trump hatte auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, dass „hoffentlich“ China, Frankreich, Japan, Südkorea, Großbritannien und andere Länder Kriegsschiffe entsenden würden.
Deutschland „will nicht Teil dieses Krieges werden“
Deutschlands Kanzler Friedrich Merz hatte am Freitag einem Militäreinsatz in der Straße von Hormuz eine Absage erteilt. Für ihn gebe es im Augenblick „keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken“, sagte er. Deutschland sei nicht Teil dieses Kriegs „und wir wollen es auch nicht werden“, betonte er. Auch aus Japan und Australien erhielt Trump ähnliche Absagen.
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