Akkordeonfestival

Finnisch-schwedischer Hexentanz im Porgy & Bess

Kultur
24.02.2026 11:56
Porträt von Verena Kienast
Von Verena Kienast

Einen wahren Hexentanz vollführten Kimmo Pohjonen und Mats Gustafsson im Rahmen des 27. Akkordeonfestivals im Wiener Porgy&Bess: Finnland und Schweden, Harmonika und reiches Blasinstrumentarium fetzen zwischen nordischer Elegie, elektronischem Experimentalklang, knackigem Punk und sattem Groove.

Der breite musikalische Hintergrund der jugendlichen Anfang 60er und die große Lust am Improvisieren spiegeln sich in der unkonventionellen Vielfalt des Spiels. Mit unglaublicher Klangwucht lässt Pohjonen sein Akkordeon die weitgezogenen, pulsierenden Wellen des unerbittlich dahinfließenden Stroms wogen. Duster und monumental zieht Gustafsson dazu am Baritonsaxophon die immer wiederkehrenden Kreise, in die ganz unerwartet jubilierende Orgeltöne des Akkordeons einstimmen – und das Saxophon der Querflöte und freitonalem Satyrspiel Platz macht.

Pohjonen bringt das Akkordeon zum Hauchen, Atmen, Singen und Schwelgen, lässt es Toben, Jauchzen und Rocken oder setzt es perkussiv ein – und ist dazu selbst permanent tänzelnd in Bewegung.

Wechselbad der Gefühle
Viel Raum für Überraschung – und Freude für offene Ohren: Mit seiner kleinen, aber gut bestückten Elektronikstation bringt Gustafsson schwebenden Sound ins Geschehen und baut immer wieder abenteuerlich-verstörende Geräuschlandschaften. Das selten gespielte Basssaxophon taucht nicht nur in die Tiefe der Welt, sondern betritt auch kehlig-raue Seitenwege – auf denen Pohjonen die rockig-kantigen Qualitäten des Akkordeons hervorkehrt oder auch wie ein Basso continuo die Grundlinie zieht. Unvermutet kippt die Stimmung in die Idylle – und schleicht sich feiner Groove ein. Zwischendurch.

Ein erfrischendes Wechselbad der Gefühle und Klangeindrücke, das im fröhlichen instrumentalen Wettstreit über das „brutale“ Eishockeyspiel zwischen Finnland und Schweden bei den Olympischen Spielen einen würdigen Schlusspunkt erhält.

Info: Das 29. Internationale Akkordeonfestival zeigt noch bis 15. 3. 2026 die vielfältigen Facetten des Instruments. www.akkordeonfestival.at

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